Chronik 1994 - 2003
Das Gründungsjahr 1994
So circa am 10.04.1994 begab es sich, dass ein paar neuenhausener Jungs in ihren Briefkästen einen kleinen, aber für ihre Zukunft nicht ganz unerheblichen, Brief fanden.
Wir besuchten damals weitestgehend die selbe Grundschulklasse und hatten Unterricht bei Frau Böge und Herrn Horn genossen, doch nachdem man dann auf weiterführende Schulen wechselte (die meisten von uns), verlor man sich teilweise immer mehr aus den Augen. Umso erfreulicher war es da, als man an besagtem Tag seinen Briefkasten und anschließend auch den gefundenen Brief öffnete und einem folgendes entgegen lächelte:
RIESEN IDEE!! dachten wir alle bei uns und sind natürlich auch voller Glückseligkeit zum angegebenen Termin im Cyriakushaus erschienen. An dieser Stelle sei noch einmal ein ganz besonderer Gruß an Markus, Peter und Tobias gerichtet, die die ganze Sache so hervorragend ins Rollen gebracht haben.
Zu diesem ersten zwanglosen Treffen, wie es auch in der Einladung genannt wird, sind folgende Personen erschienen:
Michael Berghoff
Christoph Brosch
Dirk Caspers
Markus Dederichs
Alexander Graf
Christoph Mielke
Stefan Mielke
Markus Müller
Peter Schmitz
Tobias Schoop
Diese zehn tapferen und äußerst gut aussehenden Streiter für Mut und Gerechtigkeit werden bald in einem Atemzug genannt werden mit so großen Persönlichkeiten der Weltgeschichte wie John F. Kennedy, Martin Luther King und Ditmar Hoppe. Sie alle traten vehement für den Weltfrieden und die Ordnung auf Erden ein, besonders wenn es um den Eintritt zu diversen Veranstaltungen in Festzelte ging!
Nach Beendigung der Versammlung, auf der übrigens auch Manfred Müller und Toni Schoop als „sachkundige Personen“ anwesend waren, war eine provisorische Zugneugründung geschafft. Allerdings musste man das Projekt Schützenzug erst noch mit seinen Eltern absprechen und um deren Einverständnis bitten, da dies ja auch mit einigen Kosten verbunden war, die für einen Schüler nicht allein zu tragen waren. Aber da wir ja alle so liebevolle und verständnisvolle Eltern haben, denen hier unser größter Dank gilt, war das keine wirklich Hürde, die wir zu meistern hatten. Da sollten noch ganz andere Brocken auf uns zukommen.
Der Monatsbeitrag wurde auf fünf Mark festgesetzt, mit dessen Zahlung man im Mai des selben Jahres beginnen wollte. Außerdem wurde ein vorläufiger Vorstand durch Proklamation erhoben. Dieser stellte wie folgt zusammen:
| Position | Name | Vorname |
| 1. Vorsitzender | Schmitz | Peter |
| Hauptmann | Müller | Markus |
| Geschäftsführer | Schoop | Tobias |
| Kassierer | Mielke | Christoph |
Gott sei dank konnten die Streitigkeiten zwischen einigen Zugmitgliedern, die in einer Ohrfeigenorgie zwischen Alexander Graf und Markus Dederichs ihren Höhepunkt fanden, auf den nächsten Versammlungen beigelegt werden. Im Laufe der Zeit kamen diese Streitigkeiten immer seltener vor und heute kann man wohl sagen, dass wir ein echter Haufen von Freunden sind, die sich immer aufeinander verlassen können (na ja, meistens).
Zur offiziellen Zuggründung kam es dann zwei Wochen später am 29.04.1994. Wieder traf man sich um 16 Uhr im Cyriakushaus und es konnten noch zwei Interessenten mehr begrüßt werden. Zum einen Stefan Krumbeck, für den dieser Besuch auch der einzige bleiben sollte, und Thomas Hansen, der beim ersten Treffen leider verhindert war, sich allerdings trotzdem Gründungsmitglied nennen darf.
Nach einer regen und lauten Diskussion einigte man sich schließlich auf den Zugnamen „DREI LINDEN“. Dieser war von Tobias Schoop auf Grund eines Gesprächs mit unserem Ehrenbrudermeister Hans Müller vorgeschlagen worden. Wie es dazu gekommen ist, schreibt Hans Müller in einer netten Geschichte für uns, die man auch in dieser Chronik lesen kann.
Aufgrund des Protests einiger Mitglieder wurde der Monatsbeitrag von DM 5 auf DM 3 gesenkt, allerdings war von nun an eine Aufnahmegebühr in Höhe von DM 20 zu löhnen. Nun mussten noch eine Satzung und eine Geschäftsordnung ausgearbeitet werden. Glücklicherweise waren uns hierfür Musterexemplare zur Verfügung gestellt worden, so dass wir diese nur noch unseren Vorstellungen angleichen mussten. Natürlich gab es auch hier nicht enden wollenden Diskussionen, weil irgendjemand natürlich immer irgendetwas zu meckern hatte. Ein Gruß gilt hierbei vor allem Thomas „Helly, ich stimm gegen alles“ Hansen.
Als dann auch endlich die Satzung und Geschäftsordnung standen, wurde noch der zuvor proklamierte Vorstand durch eine offizielle Wahl bestätigt und noch durch Dirk Caspers in der Position des Spießes verstärkt. Die beiden ersten Kassenprüfer wurden Thomas Hansen und Michael Berghoff.
Zwischenzeitlich hatte auch noch Dominik Weinsheimer den Weg in unsere Reihen gefunden, dessen Mitgliedschaft allerdings auch nur über einen kurzen Zeitraum andauerte, da er aus Angst vor einer Genever-Vergiftung das Weite suchte.
Nachdem der Zug nun gegründet war und er auch ein ordentliches Fundament hatte, das von außen noch durch Manfred Müller und Toni Schoop als Paten verstärkt wurde, musste man natürlich dem entsprechend einen Zugkönig haben. Um diesen auszuschießen, wollte man sich am 10.06.1994 auf dem Hofe der Familie Schmitz treffen. Vorher wollte man, ebenfalls dort, eine Versammlung abhalten und den Abend nach dem offiziellen Schießen mit einem Grillfest, zu dem auch Freunde und Bekannte eingeladen waren, ausklingen lassen. Natürlich war das Schießen dann auch ein großer Erfolg und eine riesen Gaudi. Manfred Müller war so nett, die Schießaufsicht zu übernehmen, da zu diesem Zeitpunkt noch niemand von uns dazu befugt war. Der Vogel, auf den drei Orden geschossen wurden, bestand nicht, wie üblich, aus Holz, sondern aus Kartoffeln. Man befand sich ja schließlich auf einem Bauernhof. Den ersten Orden, der auf den rechten Flügel ausgeschossen wurde, sicherte sich Stefan Mielke im ersten Durchgang. Leider war der Vogel nicht mit einem besonderen Durchhaltevermögen gesegnet, was allerdings nichts über die Qualität der Kartoffeln der Familie Schmitz aussagen soll (oder doch??)! Der zweite Orden, der dann der Preis für den linken Flügel war, wurde schon mit dem ersten Schuss durch Markus Müller erworben. Als es jedoch um des Vogels Kopf und somit den dritten Orden ging, wurde der Vogel etwas zäher, was dazu führte, dass dieser erst im zweiten Schießdurchgang von Markus Dederichs errungen werden konnte. Auf den Restkörper des armen Vogels wurde dann noch ein von Matthias Schmitz gestifteter Wanderpokal ausgeschossen. Diesen konnte sich ebenfalls Markus Müller sichern. Er war somit der erste Inhaber des „Matthias Schmitz Memorial Cups“.
Nun ging es jedoch ans eingemachte. Der Zugkönig wurde ausgeschossen und eins ist dabei sicher. Laut den Überlieferungen war dieser Wettbewerb zehnmal so spannend und dramatisch wie das Bundesligafinale 2001 (diese drecks Bayern!). Nach den offiziellen Durchgängen hatten Markus Müller, Alexander Graf und Michael Berghoff jeweils eine Punktzahl von 23 Ringen. Ein Stechen musste her!!! Dieses konnte Markus Müller für sich entscheiden und er ging somit als erster Zugkönig in die Analen des Jägerzuges „Drei Linden“ ein.
Zum Abschluss dieser wunderbaren und denkwürdigen Veranstaltung wurde mit allen anwesenden gegrillt und noch ein kleines Fußballturnier veranstaltet.
So, nun hatte man auch einen Zugkönig und langsam wurde es Zeit für das Ereignis des Jahres. Niemand kann den Stellenwert dieser Veranstaltung wirklich in Worte fassen. Was für die Amerikaner der Superbowl, ist für die Neuenhausener: SCHÜTZENFEST!!!
Doch natürlich musste man für ein solches Großereignis bestens gewappnet sein und so stellten sich viele Fragen:
-
wie stellen wir uns auf?
-
Bist Du schon mal marschiert?
-
Planung? Was für eine Planung?
Um diesem ganzen Chaos Herr zu werden, stellten wir auf einer unsere Versammlungen zuerst einmal eine Gangordnung auf. Diese wurde natürlich nicht 100% eingehalten, aber sie war wenigstens eine Orientierung. Nach dem Motto „die Kleinen nach vorn, die Großen nach hinten, Peter nach ganz hinten“, gingen wir relativ geordnet am 13.08.1994 dem Totengedenken entgegen. Der erste öffentliche Auftritt ist also gut gelaufen.
Doch das Schlimmste sollte ja noch kommen: Die erste Parade!
Um diese einigermaßen anständig über die Bühne zu bekommen, haben wir uns bereits zwei Wochen vor Schützenfest getroffen, um das ganze mal zu üben. Genauer gesagt, am 03.08.1994 am Eingang vom Bend. Dort war dann ein kleiner Kassettenrecorder der Tambourchorps und ein paar Äste waren die Säbel, die die Leutnants stolz mit sich trugen. Genauer wollen wir auf diese Übungen nicht eingehen, weil das unseren Ruf dann doch erheblich herabsetzten könnte. Wir könne nur dies sagen: „Es sah grauenhaft aus!“
Umso glücklicher waren wir dann, als die erste Parade hinter uns lag. Die Feuertaufe war geschafft und von jetzt an standen wir voll im Schützenleben...
Das ganze Schützenfest 1994 war eine einmalige und unvergessliche Sache für jeden von uns. Selber aktiv im Zug mitgehen und bei allem dabei sein. Das erste Schmücken einer eigenen Residenz bei Markus Müller wird uns wohl ebenso im Gedächtnis bleiben, wie das erste Uniformausleihen und die damit verbundene Anprobe. Auch das wir am Freitagabend vor Schützenfest direkt beim amtierenden Schützenkönig Willi Brand eingeladen waren, war für uns eine schöne Sache und so lernten wir auch viele neue Züge und die dahinter stehenden Menschen kennen. Doch so selbstverständlich war das gar nicht, dass wir einfach so im Regiment mitgehen durften. Wir waren ja alle noch keine 16, außer Stefan, dem alten Sack, und brauchten somit eine Sondergenehmigung. Um diese zu bekommen, stellten sich Manfred Müller und Toni Schoop bereitwillig als Paten des Zuges zur Verfügung. Diesen beiden gilt unser größter Dank, da wir ohne deren Mithilfe, auch im privaten und organisatorischen Bereich, nie so weit gekommen wären, wie wir jetzt sind. Also, DANKE IHR ZWEI!!
Das Schützenjahr 1994 fand für den Jägerzug „Drei Linden“ seinen Ausklang mit der Weihnachtsfeier am 17.12.1994. Diese fand im Gartenhaus der Familie Schoop statt und wurde durch ein kleines Wichteln für alle Mitglieder interessant gemacht. Natürlich auch durch das Bier, das die Zugkasse finanzierte. Wir bekamen sogar Besuch vom Weihnachtsmann (C. Mielke) und Knecht Ruprecht (M. Dederichs), die uns alle reich beschenkten.
Insgesamt war dieses Schützenjahr 1994 ein sehr aufregendes und erfolgreiches. Wir gründeten unseren Zug und haben alle immer näher zueinander gefunden, so dass wir auch bald alle im privaten Bereich so einiges miteinander unternahmen, wie zum Beispiel den Feuerzangenbowle Abend bei Michael, der schon fast exerzive Ausmaße annahm. So kann man sagen, dass wir in diesem Jahr 1994 einen guten Grundstein für die Zukunft gelegt haben, die wir als Freunde in unserem Zug mit Sicherheit bewältigen werden. Das wir das bis jetzt alles gut geschafft haben, könnt Ihr im folgenden lesen, wenn es weitergeht mit dem Jahr 1995.
Das Jahr 1995
Das Schützenjahr 1995 begann für uns mit der Jahreshauptversammlung des Zuges am 28.01. und es sollte viele Veränderungen und Neuerungen für die Zukunft mit sich bringen. Eine der kleinsten Veränderungen war wohl die, dass sich die Aufgabe der Kassenprüfung auf Markus Dederichs und Alexander Graf übertrug, nachdem der Kassierer vorher von Michael Berghoff und Thomas Hansen entlastet worden war.
Ein besonderes Highlight für uns als sportbegeisterte Modelathleten, die wir mehrere Fußballgötter in unseren Reihen wussten, war natürlich das vom Jägerzug „Neuenhausener Boschte“ organisierte Schützenfußballturnier. Einstimmig und voller Begeisterung wurde für die Teilnahme am selbigen gestimmt und man war sich sicher, als ungeschlagener Sieger den Platz zu verlassen. Wie sich später rausstellt, war dies eine kleine Fehleinschätzung. Um nicht nur spielerisch, sondern auch modisch an Bundesliganiveau anknüpfen zu können, beschäftigte man sich zuerst mit der Frage, mit welchen Trikots man denn den Sieg erringen wollte. Man entschied sich für die Beschaffung weißer T-Shits, welche auf dem Rücken mit Nummern versehen werden sollten, und zur Bedeckung der muskulösen Waden für weiße Stutzen.
Der Vorstand behielt sich jedoch Änderungen vor, falls sich eine andere, bessere Lösung finden lassen sollte. Und siehe da, nachdem auf einer der ersten Versammlungen weiße Schlösser Alt und AOK T-Shirts präsentiert werden konnten, kam es bald darauf zu der Sensation! Vom RWE gesponserte Trikots!! Wir waren so stolz auf die Dinger, dass wir uns direkt dafür entschieden, sie mit Nummern und Namen des Zuges beflocken zu lassen. Da auch die Schlösser Alt Hemden mit Nummern versehen waren, konnte so jedes Zugmitglied einen eigenen Trikotsatz entgegennehmen. Natürlich machte man auch gleich ein Gruppenfoto mit der neuen Errungenschaft und schickte eines, inklusive eines Dankeschöns, ans RWE.
Um sich jetzt auch spielerisch auf das bald anstehende Turnier vorzubereiten, bot sich ein Freundschaftsspiel gegen die Gurkentruppe vom Jägerzug „St. Cyriakus“ an.
Hierdurch sollten vor allem das Selbstvertrauen und spielerische Geschick untereinander gefördert werden. Außerdem standen noch 10 Liter Bier auf dem Spiel, da man sich anschließend in gemütlicher Runde treffen wollte. So kam man dann am 01.06 um 18 Uhr auf dem legendären Bolzplatz in Neuenhausen zusammen und trug ein Freundschaftsspiel aus. Natürlich ging dies mit 6:8 verloren. Aber dieser Schuss vor den Bug kam zur Rechten Zeit, so dass wir wussten, dass wir beim Turnier alles geben müssten. Nicht unerwähnt sollte hierbei bleiben, dass wir bei besagtem Spiel nur zwei Mann (inklusive Torwart) auf dem Platz hatten, während der JZ „St. Cyriakus“ mit 39 Spielern antrat. Trotzdem rief das nach Revanche und die gab es eine Woche später auf der Waldwiese. Vorgewarnt spielten wir nun mit drei gegen 39 und gewannen das Spiel auch prompt mit 9:6.
Nach soviel professioneller Vorbereitung war es nun endlich so weit. Der 17.06 war gekommen und das Schützenturnier fand statt. Mit uns in einer Gruppe spielten die Jägerzüge „Früh übt sich I“, „Vollrath“ und „Willibrord II“. Das erste Spiel bestritten wir gegen „Vollrath“, welches wir mit 3:0 für uns entscheiden konnten. Die zweite Begegnung ging nach hartem Kampf mit 1:3 gegen „Früh übt sich I“ verloren. Das dritte Match gegen „Willibrord“ konnte leider nicht stattfinden, da der Zug nicht angetreten war. Aufgrund dessen wurde es mit einem 2:0 Sieg für uns gewertet. Natürlich hätten wir auch so gewonnen. Das Minimalziel war also geschafft, man war eine Runde weiter. Der weitere genaue Verlauf des Turniers ist uns leider nicht mehr bekannt, was auch am Alkoholkonsum der Beteiligten und dem somit nicht sehr professionellem Verhalten liegt. Es lässt sich letztendlich nur noch sagen, dass wir das Turnier als Drittplazierter beendeten und somit einen Gewinn von 50 Litern Bier für unseren Zug einstreichen konnten. Natürlich wurden diese noch am gleichen Abend im Garten der Familie Schoop gelehrt, was dem ein oder anderen aufgrund der körperlichen Erschöpfung nicht ganz so leicht viel.
Von körperlicher Erschöpfung im Bezug auf die Vernichtung von alkoholhaltigen Getränken konnte man beim diesjährigen Zugkönigschießen allerdings nicht sprechen. Dies fand einige Zeit vorher, am 27.05. erneut auf dem Hof der Familie Schmitz, statt. Durch das vorherige Mahrschierenüben am neuen Friedhof geschafft, wurde getrunken, was weg musste. Dieses Jahr wurde erstmals auf einen Holzvogel geschossen, da man nicht noch einmal so verwerflich mit Lebensmitteln umgehen wollte, wie im letzen Jahr. Den linken Flügel und somit den ersten Orden konnte sich Stefan Mielke im fünften Schießdurchgang sichern, während der zweite Orden auf den rechten Flügel von Peter Schmitz, ebenfalls im fünften Durchgang, errungen werden konnte. Die Abzeichen für die Füße des armen Tieres konnten Alexander Graf und Michael Berghoff im jeweils nach dem ersten Schießdurchgang ihr Eigen nennen. Nachdem das bemitleidenswerte Ziel auch seinen Schwanz durch Thomas Hansen verloren hatte, der diesen gegen den „Matthias Schmitz Memorial Cup“ eintauschen durfte, ging es jetzt um die Wurst. Wer würde Zugkönig 1995 des Jägerzuges „Drei Linden“ werden? Im Gegensatz zum letzen Jahr war die ganze Sache in diesem schnell gelaufen. Bereits im zweiten Durchgang nach nur 19 Schuss stand der neue König fest. Und es war... Christoph Miele. Bei der anschließenden Siegerehrung wurden die Orden vergeben und natürlich der König im Besonderen gefeiert, dessen Freude über die errungene Ehre man seinem breiten Lachen entnehmen konnte. Wie im Vorjahr Markus Müller sollte in diesem Jahr Christoph Mielke unseren Zug in vorbildlicher Weise repräsentieren. Das Zugkönigschießen 1995 fand sein Ende bei einem kleinen Grillfest, an dem auch Eltern, Freunde und Gönner unseres Zuges teilnahmen und noch viel Spaß mit uns hatten.
Nun ging es mit einem neuen Zugkönig zum zweiten Mal auf das Ereignis des Schützenjahres zu: Schützenfest 1995. Nachdem wir in der Zwischenzeit leider unser Mitglied Dominik Weinsheimer aus unserer Gemeinschaft ausschließen mussten, da er die Zahlungen eingestellt hat und auch nicht mehr erschienen war, gingen wir die ganze Sache mit einem Mann weniger an. Erstmals nahmen wir auch während der Schützenfesttage vom 12-15 August eine Aufgabe wahr: Wir organisierten unseren eigenen Stand bei der Kinderbelustigung. Als besondere Attraktion wollten wir ein Pfeilwerfen für alle Kiddies anbieten. Und so traf man sich am Dienstag morgen, mehr müde und voll, als wach und nüchtern, im Festzelt, bekleidet mit unseren Schlösser Alt Hemden. Für die kleinen war es ein riesen Spaß, während wir manchmal Mühe damit hatten, sie auch alle im Auge zu behalten. Aber da uns von keinerlei Verletzen berichtet wurde, gehen wir einfach davon aus, dass es alle gut überstanden haben.
Der Schützenfest Dienstag war sowieso ein besonderer Tag, da an diesem eine Zugentscheidung zum tragen kam, die einer weiteren Ausführung bedarf: Auf einer unserer Versammlungen im Cyriakushaus „verplapperte“ sich nämlich unser König Christoph I., er habe gar keine Lust auf den Königstanz im Zelt und werde diesen einfach ausfallen lassen. Kurzerhand beschloss die Versammlung daraufhin, dass ein König auf jeden Fall zu tanzen habe, es sei denn, er ist krank oder verletzt. Ansonsten würde er mit einer nicht unerheblichen Strafe belegt. Christoph überlegte darauf hin, sich freiwillig den Zeh zu brechen, oder sich das Bein zu amputieren, entschloss sich allerdings -Gott sei Dank- dagegen. So kamen wir dann alle doch noch in den Genuss unsren Zugkönig grazil über die Bühne schweben zu sehen, wobei wir ihn mit ungebremsten Jubelschreien unterstützten.
Als das Schützenfest 1995 dann leider beendet war, konnten wir wieder mal auf eine gelungene Veranstaltung zurückblicken, in der wir unsere Gemeinschaft erneut gestärkt haben. Und kurz darauf sollte sich diese noch um zwei Personen erweitern. Patrick Golzem und Sascha Liebmann wurden bei einer geheimen Wahl auf der Versammlung am 30.09 jeweils einstimmig in den Zug aufgenommen. Somit hatte unser Zug nun eine Stärke von 16 Mann. Ungefähr zur gleichen Zeit kam die Diskussion auf, ob man nicht vom Cyriakushaus in eine „Stammkneipe“ umziehen sollte, um dort seine Versammlungen abzuhalten. Dieser Vorschlag wurde natürlich von allen Mitgliedern begrüßt und man entschied sich in der Gaststätte „En de Spetz“ nachzufragen, ob dort noch Platz für uns sei. Natürlich wusste ihr Besitzer Musa, dass er an uns eine Menge Geld verdienen konnte und hat uns mit offenen Armen empfangen. Durch die Versammlungen und auch häufigen privaten Besuche seiner Kneipe, die nicht selten erst um 5 Uhr morgens vor diversen Blumenkübeln endeten, bauten wir auch ein recht freundschaftliches Verhältnis zu ihm auf. Diverse Wortgefechte mit ihm über seine Fußballkenntnisse (wie jeder weiß, ist er dreckiger Köln Fan) gipfelten dann auch schon mal in Bemerkungen wie: „Hast du keine Ahnung schwarze Sau“ und „Was willst du Luftschlang’“.
Da das Schützenwesen im Jahre 1995 noch nicht unter der näheren Nachbarschaft des Schützenhauses litt und dessen Mehrzweckraum einmal im Jahr mietfrei zur Verfügung stellte, haben wir beschlossen, eine eigene Zugfete zu veranstalten. Diese sollte möglichst am zweiten Februarwochenende im Jahr 1996 stattfinden. Mehr dazu kann man dann an späterer Stelle lesen.
Den Abschluss des Schützenjahres bildeten dann wieder die Weihnachtsfeier im Hause Schoop und erstmalig eine Zugsylvesterfeier bei unserem Mitglied Markus Dederichs.
Das Jahr 1996
Wenn wir gewusst hätten, wie viel Stress, Arbeit und auch teilweise Ärger in diesem Jahr auf uns zukommen würde, hätten wir es wahrscheinlich ausfallen lassen. Nein, nein, ist natürlich nur Blödsinn, denn nach diesem Jahr war klar, dass wir eine besonders starke Zuggemeinschaft haben, die sich so schnell von nichts umhauen lässt. Außerdem waren viele Diskussionen und Entscheidungen die wir getroffen haben wichtig für unsere Zukunft und unser jetziges Zugleben.
Zum ersten mal kamen wir in diesem Schützenjahr auf unserer Jahreshauptversammlung, erstmals bei Musa, am 19.01.1996 zusammen, wo zunächst beschlossen wurde, die Amtsperiode des Vorstands von zwei auf drei Jahre zu erhöhen. Da an diesem Tag auch Neuwahlen stattfinden sollten, würde dies ab dem künftigen Vorstand in Kraft treten. Wie auch schon im letzen Jahr wurde der Kassierer Christoph Mielke vom ersten Kassenprüfer entlastet und für seine vorbildliche Kassenführung gelobt. Anschließend wurden Markus Müller und Markus Dederichs als neue Kassenprüfer ernannt. Außerdem wurden noch Markus Müller, Stefan Mielke und Tobias Schoop die ehrenvolle Aufgabe verliehen, unseren Zug beim Zugvergleichschießen repräsentieren zu dürfen. Eine weitere Änderung war, dass der Spieß von nun an alle seine strafen zu begründen hatte.
Nachdem wir die kleinen organisatorischen Aufgaben nun mit Bravour beendet hatten, ging es ans eingemachte: die ersten Neuwahlen unseres Vorstands. Wer sollte im Amt bleiben, wer den Container verlassen müssen? Würde den Rausgewählten eine Zukunft a la Zlatko bevorstehen (den zu dieser Zeit noch keine Sau kannte), oder würden sie in irgendwelchen Talkshows um Anerkennung betteln müssen? Man weiß es nicht, aber wer will, kann sich sicherlich bei den Kandidaten persönlich erkundigen.
Christoph Mielke, Peter Schmitz und Tobias Schoop hatten ein Freilos für die nächste Runde gezogen, da niemand der anwesenden Mitglieder scharf auf ihren Posten war. Ganz anders ging es da unserem amtierenden Spieß Dirk Caspers. Der Mielke-Müller Clan, angeführt von Stefan und Markus, hatte sich geschickt angeschlichen und forderte das Amt für einen der beiden. Doch nach geheimer Wahl und überwältigender Mehrheit war klar, dass unser Spieß auch für die nächsten drei Jahre Dirk Caspers heißen sollte.
Nun kam es zur Neuwahl für das Amt des Hauptmanns. Nach zweijähriger, vorbildlicher Tätigkeit stellte sich Markus Müller erneut zur Wahl, wurde allerdings auf der linken Flanke attackiert von den Armeen des Markus Dederichs. Nach vier Siegen, allerdings sieben Niederlagen und zwei Unentschieden musste sich Markus Müller Markus Dederichs geschlagen geben. Von nun an und für die nächsten drei Jahre sollten die Geschicke unseres Zuges also maßgeblich von Markus Dederichs gelenkt werden.
Für die nächste Amtsperiode bis zum Jahr 1999 setzte sich der Vorstand des Jägerzuges „Drei Linden“ dementsprechend wie folgt zusammen:
| Position | Name | Vorname |
| 1. Vorsitzender | Schmitz | Peter |
| Hauptmann | Dederichs | Markus |
| Geschäftsführer | Schoop | Tobias |
| Kassierer | Mielke | Christoph |
| Spieß | Caspers | Dirk |
Unter Führung des neuen Vorstandes wurde nun die Planung für die selbst organisierte Zugfete im Schützenhaus am 02.03.1996 in Angriff genommen. Zuerst wurde die Versammlung darüber informiert, dass die Auflagen für solche Feiern verstärkt wurden und es uns so nur erlaubt sei, 35 Gäste einzuladen. Für die Verschärfung der Auflagen könnte auch eins unserer Zugmitglieder, nämlich Markus Müller, mitverantwortlich gewesen sein, der auf der Feier des Zuges „Haldengruß“ vier Stunden lang die Innendekoration der Toiletten mit seinen Magensäften verschönerte. Anscheinend fand der Bruderschaftsvorstand das nicht annähernd so lustig wie wir. Jedoch hätten wir nach der legendären „4-Strahl-Aktion“, die ohne zu bezahlen mit einem Spurt nach hause endete, gewarnt sein sollen.
Da die Diskussionen über die Organisation der Fete immer ausschweifender wurde, entschieden wir uns, eine Kommission zu bilden, die sich mit dem Thema befassen und auf der nächsten Versammlung Bericht erstatten sollte. Diese bestand aus Dirk Caspers, Markus Dederichs, Thomas Hansen und Tobias Schoop. Sie arbeiteten für die nächste Versammlung eine Getränkeliste aus, welche von allen Mitgliedern akzeptiert wurde und legten den Eintrittspreis auf 15 DM fest. Das Buffet sollte aus Kostengründen von uns bzw. unseren Eltern gespendet werden, was auch mit großem Eifer geschah. Zum Aufbau und Schmücken des Saals, wollten wir uns am Nachmittag des 02.03. um 14.00 Uhr im Schützenhaus treffen. Aufgeräumt werden sollte am folgenden Tag um 11.00 Uhr. Natürlich war die Feire ein großer Erfolg, zu dem alle Mitglieder maßgeblichen Beitrag leisteten. Leider können wir hier über den Ablauf nicht mehr so viel sagen, da uns der Alkohol wohl die Sinne vernebelt hat. Nur eins: es war sehr schön!
Als das Thema Zugfeier abgeschlossen war, kam es in Tobias Gehirn wohl zu einer riesigen Fehlschaltung, deren Nachwirkungen sich immer wieder kurz vor den Schützenfesttagen zeigen. Ganz locker und mit einem breiten Grinsen fragte er in die Versammlung: „Was haltet Ihr eigentlich von der Anschaffung eines Blumenhorns?“ Da anscheinend auch damals schon niemand Lust hatte, dasselbe zu tragen, stimmten dem Vorschlag zuerst nur zwei Mitglieder zu, was sich allerdings im späteren Verlauf der Zuggeschichte ändern sollte. Davon wird allerdings zu einem späteren Zeitpunkt berichtet.
Zum Abschluss der Versammlung wurde noch beschlossen, dass Satzungsänderungen von nun an nur noch halbjährlich durchgeführt werden können, um den Mitgliedern einen besseren Überblick über die aktuelle Satzung geben zu können.
Auf dieser Jahreshauptversammlung ließ sich leider schon der Trend erkennen, dass dieses Jahr ein sehr chaotisches werden sollte, das auch von manchen Nicklichkeiten der Mitglieder untereinander geprägt war, die allerdings nicht von Dauer sein sollten und wohl auf unser pubertierendes Alter zurückzuführen sind. Als kleine Veranschaulichung hierfür, nun drei Zitate aus Protokollen unserer Versammlungen:
„Die Versammlung viel durch ihre Unruhe und Geistesabwesenheit einiger Mitglieder auf, daher besteht die Möglichkeit, daß nicht alle Angaben dieses Protokolls der Wahrheit entsprechen oder unvollständig sind.“
„In TOP 10 erklärte unser Mitglied Christoph Brosch, der Mitschütze .......... sei zum Kotzen. Daraufhin wurde eine geheime Wahl zu dieser Frage durchgeführt, in der 8 Mitglieder die Meinung Christoph Broschs unterstützten. 2 Mitglieder lehnten diese jedoch ab.“
„In TOP 11 fand eine weitere geheime Abstimmung darüber statt, ob .......... ein Arschloch sei. Auch hier unterstützten 8 Mitglieder diese Meinung, und 2 Mitglieder stimmten gegen diese Auffassung.“
Ein von uns als Highlight geplantes Ereignis, sollte der Bruderschaftstag 1996 werden, den wir gemeinsam mit dem Jägerzug „St. Cyriakus“ unter dem Motto: „Bruderschaft = Brüderlichkeit“ ausrichteten. Dieser fand am Nachmittag des 20.04. statt und glänzte sowohl durch Abwesenheit einiger unserer Mitglieder, als auch durch Abwesenheit vieler Züge der Bruderschaft. Genauso motiviert wie wir waren, diesen Tag für alle Beteiligten gut über die Bühne zu bringen, genauso enttäuscht waren wir, als wir in unser mageres Publikum blickten. Natürlich gaben wir trotzdem unser Bestes und leiteten den Tag mit einem Brainstorming zu den Begriffen Bruderschaft und Brüderlichkeit ein. Nachdem dies geschehen war, entstand trotz der wenigen Teilnehmer eine angeregte Diskussion, die zu dem Ergebnis kam, dass keine Bruderschaft ohne gelebte Brüderlichkeit bestehen könne. Bei diesem Aspekt fiel besonders auf, dass sich einige Züge nur auf Schützenfest blicken lassen würden, ohne ansonsten etwas für die Bruderschaft zu tun. Dies müsse vor allem der Vorstand zu ändern versuchen. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass der Bruderschaftstag doch ein gelungenes Ereignis war, da wir auch der Bruderschaft unser Engagement zeigen konnten! Jedoch beschlossen wir einstimmig, uns für solche Veranstaltungen in der näheren Zukunft erst einmal nicht mehr zu melden.
Im weiteren Verlauf des Jahres kam es noch zu vielen heftigen Diskussionen innerhalb der Zuggemeinschaft. Die Tatsache, dass der zweite Kassierer jetzt auch zweiter Geschäftsführer sein sollte, gab zwar nur wenig Anlass zu heftigen Auseinandersetzungen, die Frage, ob wir den Grill beim Sommerfest übernehmen sollten, dafür umso mehr. Wiederum ein Satz aus einem unserer Protokolle, der vom Chaos dieses Unterfangens zeugt:
„Als nächstes wurde sehr sehr lange diskutiert über das Sommerfest. Auf der Generalversammlung wurde gefragt, ob irgendein Zug den Grillstand übernimmt. Wir konnten ja sagen, weil mehr als die Hälfte unseres Zuges dort waren. Als wir darüber diskutiert haben, waren welche dagegen wir z.B. Dirk, der aber mit gestimmt für dafür.“
Zur Erläuterung: Das ganze Hick Hack hatte angefangen, als auf der Generalversammlung der Bruderschaft nachgefragt wurde, ob sich ein Zug freiwillig melden würde, um den Grill beim Sommerfest zu bewirtschaften. Da mehr als die Hälfte unserer Zugmitglieder auf dieser Versammlung anwesend waren und sich alle dafür aussprachen, dies zu übernehmen, konnten wir uns bereit erklären, den Grill zu übernehmen. Als auf der nächsten Zugversammlung allerdings auch die bei der Generalversammlung nicht anwesenden Mitglieder über dieses Unterfangen informiert wurden, kam die rebellische Ader bei ihnen hervor. Ihr Anführer war Dirk Caspers, der sich bevormundet fühlte und unter keinen Umständen helfen, sondern sich vor dem Grillstand besaufen wollte. Nach langer Diskussion konnten aber auch die rebellierenden Mitglieder dazu bewegt werden, diese Aufgabe im Sinne des Zuges und der Bruderschaft zu übernehmen.
Wie in jedem Jahr brauchten wir auch 1996 einen Zugkönig, und um diesen auszuschießen, wollten wir uns am 01.06 um 19.30 Uhr auf dem Hof der Familie Mielke treffen. Der Holzvogel wurde, wie in den folgenden Jahren, von Franz Schiffer meisterhaft angefertigt. Hierfür auch an Dich ein großes Dankeschön, wo immer Du jetzt sein magst und es dir gut gehen lässt! Da die Zugkasse zu dieser Zeit nicht über viel Geld verfügte, was auch an der Zahlungsmoral einiger Mitglieder lag, musste jedes Mitglied sein Grillfleisch selber mitbringen. Die Getränke wurden zur einen Hälfte vom Zug gezahlt und zur anderen Hälfte umgelegt. Außerdem spendeten Dirk Caspers und Christoph Mielke noch 20 Liter Bier, da sie an diesem Tag auch Ihren Geburtstag mit uns nachfeiern wollten. Als Schießaufsicht war Manni Müller anwesend, der wieder einmal mit viel Einsatz für uns glänzte. Die Orden wurden natürlich traditionell auf die Flügel und Beine des Federviehs geschossen. Den ersten Orden sicherte sich Tobias Schoop im fünften Durchgang, indem er dem Tier den linken Flügel nahm. Da man mit nur einem Flügel schlecht fliegt, entschloss sich Christoph Mielke dem Adler auch noch den rechten Flügel abzuschießen, was ihm im siebten Durchgang gelang und ihm den zweiten Orden sicherte. Wer keine Flügel hat, braucht auch keine Beine mehr, dachte sich dann Christoph Brosch und sorgte im dritten Durchgang dafür, dass der Vogel für kurze Zeit am Stock gehen musste. Er schoss ihm den linken Fuß ab und errang so den dritten Orden. Na ja, und da man auf einem Bein nicht stehen kann, schritt Alexander Graf zur Tat und nahm dem Vogel auch den rechten Fuß. Dies gelang ihm ebenfalls im dritten Durchgang, wodurch er den vierten Orden sein eigen nennen durfte. Da bis her noch niemand einen Adler mit einem Schwanz bis zum Boden gesehen hat, und Markus Dederichs auf dieses Phänomen wohl auch etwas neidisch war, trennte er diesen mit einem gezielten Schuss im vierten Durchgang ab. So wurde er für ein Jahr stolzer Besitzer des „Matthias Schmitz Memorial Cups“. Doch ist das noch ein schönes Leben? Ohne Flügel, ohne Füße und vor allem ohne Schwanz? „Nein!“ dachte sich Thomas Hansen. „Ich werde das arme Tier erlösen, ihm den Kopf abschießen und mir so gleichzeitig den Titel des Zugkönigs sichern! So werde ich als der wahrscheinlich schönste Herrscher in die Geschichte des Jägerzuges „Drei Linden“ eingehen! Es sei denn, mein kleiner Bruder kommt später mal zu uns und wird auch noch König. Aber egal! Wo ist das Gewehr?“ So, oder so ähnlich muss Thomas gedacht haben, als er im dritten Durchgang, nach 23 Schuss und 25 Minuten die Ehren des Zugkönigs errang. Bei der anschließenden Siegerehrung ließen wir unseren neuen König natürlich hochleben und der offizielle Teil des Abends endete gegen 22.30 Uhr. Natürlich wurde anschließend noch bis spät in die Nacht gefeiert.
Auch im Jahr 1996 haben wir uns wieder rege am öffentlichen Leben der Bruderschaft beteiligt. Neben der Organisation des Bruderschaftstags, halfen wir selbstverständlich auch bei der Bewirtung des Schützenhauses. Besonders ist uns hier das Kellnern beim Gartenbauverein in Erinnerung geblieben. Bei der Auslosung der Tombola bereitete uns der Sprecher durch sein lautes Organ und den Ausruf: „DIE NUUUUMMMMER...“ eine Menge Spaß.
Nicht so euphorisch wie im letzten Jahr, aber dennoch motiviert, starteten wir ins diesjährige Schützenturnier. Auch dieses Mal belegten wir den dritten Platz. Außerdem „liehen“ wir der Mannschaft des Jägerzuges „St. Cyriakus“ noch drei Spieler, da sie zwei Mannschaften gemeldet, sich dabei aber offensichtlich verrechnet hatten. Den abermaligen gewinn von 50 Litern Bier wollte man für eine der nächsten Zugveranstaltungen nutzen.
Zugintern wurde in diesem Jahr eine relativ große Neuerung geschaffen. Schon lange hatten wir die Überlegung im Sinn, uns eigene Zugembleme anzuschaffen. Auf der Versammlung vom 27.09. wurde von Christoph Mielke der Antrag gestellt, doch noch einmal ernsthaft darüber nachzudenken. Nach einer regen Debatte entschied man sich dafür, Alexander Graf, unser künstlerisches Genie, einige Entwürfe anfertigen zu lassen. Auf der nächsten Jahreshauptversammlung sollte dann abgestimmt werden, welchen man in Auftrag geben wollte. Außerdem klärte Christoph Mielke darüber auf, dass man bei einer Stückzahl von 50, 9,90 DM pro Emblem zahlen müsste. Es wurde beschlossen, dass jeder 20 DM Eigenanteil zu leisten hätte, während der Rest vom Zug getragen wird. Im Endeffekt kam als Emblem für unseren Jägerzug folgendes Prachtexemplar zu Tage, für das wir unserem Mitglied Alexander Graf ein ganz besonderes Dankeschön aussprechen wollen:
Wenn man schon mal dabei war, eigene Embleme zu bestellen, so wollten wir natürlich auch eigenes, offizielles Zugpapier haben. Da unser Vorrat an altem Papier gerade zu Ende ging, bot sich an, neues Papier mit Briefkopf zu bestellen. Die Mitglieder des Zuges waren mit großer Mehrheit dafür und so bekamen wir unser eigenes Papier.
Weiterhin wurde von Thomas Hansen der Antrag gestellt, die Versammlungen nicht mehr jeden dritten Freitag im Monat, sondern jeden dritten Samstag im Monat abzuhalten. Dies würde eine erhebliche Erleichterung für die nicht wenigen aktiven Fußballer in unserem Zug bedeuten. Nach kurzer Diskussion entschied man sich mit großer Mehrheit für diesen Vorschlag.
Ende des Jahres schlug Markus Müller vor, sich eigene Zug T-Shirts zu beschaffen. Diese sollten mit Namen des Zuges und mit einem lustigen Motiv versehen sein und in der Preisklasse um 30 DM liegen. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen, allerdings erst im nächsten Jahr verwirklicht.
Den Abschluss des Jahres bildeten wie immer die Weihnachtsfeier, diesmal im Keller der Familie Brosch und die Sylvesterfeier bei Markus Dederichs. Die Weihnachtsfeier fand am 14.12., natürlich mit traditionellem Wichteln, statt und wurde wieder mal vom Weihnachtsmann (Michael Berghoff) und Knecht Ruprecht (Stefan Mielke) besucht. Einzig verwunderlich war es, dass der Weihnachtsmann mit einem gelben Sack bekleidet war, da ein Gehilfe sein Kostüm vergessen hatte.
Das Jahr 1997
Dieses Jahr begann für uns alle mit einem Schock, der nur mit dem großen Börsensturz im Jahr .... vergleichbar ist. Auf der ersten Jahreshauptversammlung am 17.01. berichtete unser Kassierer Christoph Mielke, dass wir im letzen Jahr einen Verlust von 150 DM gemacht hätten. Natürlich wollten wir alles auf ihn schieben, aber nach dem Bericht der Kassenprüfer Markus Dederichs und Markus Müller stand fest, dass Christoph seine Aufgabe, wie in allen Jahren zuvor, abermals hervorragend erfüllt hatte.
Nachdem wir diese Botschaft überwunden hatten, wurde erst mal die Satzung geändert. Von nun an war der Spieß dazu verpflichtet, alle verhängten Strafen vernünftig zu begründen. In wie weit sich diese Vernunft darstellt, kann man in den Protokollen der Versammlungen nachlesen.
Natürlich waren wir auch alle sehr erfreut darüber, dass unser Mitglied Sascha Liebmann den kompletten Jägerzug zu seiner Geburtstagsfeier am 07.03. einlud. Ein derber Fehler seinerseits, hätte er doch wissen müssen, dass wir uns gerade in der Sturm und Drang Zeit unserer Alkohohlversuche befanden. Mehr möchten wir nicht darüber sagen, um nicht in Peinlichkeiten zu enden.
Einen Tag nach dieser ersten Versammlung des Jahres war es für die meisten von uns schon wieder an der Zeit, früh aufzustehen, denn ein Zugausflug ins Aqualand war angesagt. Und was ist schon schöner, als halbbesoffen schwimmen zu gehen? So kam es dann auch dazu, dass man sich überwiegend in der hauseigenen Bar, denn im Wasser aufhielt. Verbrachte man seine Zeit doch mal im kühlen Nass, bewertete man die Bierbäuche der anwesenden Badegäste auf einer Skala von 1-10. Außerdem stahl unser Mitglied Stefan M. wesentlich kleineren Badegästen die Schwimmreifen, was Peter Schmitz mit einer „fast Ohrfeige“ von einem der erzürnten Väter ausbaden musste. Leider hatten wir alle unsere Waffen zu hause vergessen, um ein der Situation entsprechendes Blutbad anzurichten.
Im weiteren Verlauf des Jahres wurden Tobias Schoop und Sascha Liebmann als neue Kassenprüfer ins Amt gehoben, sowie Stefan Pesch, Dieter Mielke und Toni Schoop als passive Mitglieder aufgenommen.
Der Mehrzweckraum des Schützenhauses, der uns wie immer ein mal im Jahr kostenlos zur Verfügung stand, wurde zur Ausrichtung der Geburtstagsfeier der Mitglieder M. Dederichs, C. Mielke und D. Caspers genutzt. Allein dies zeigt, wie sehr der Zug mittlerweile auch in freundschaftlicher Beziehung zusammengewachsen ist.
Eine etwas bedeutendere Versammlung sollte auch die vom 12.04.1997 werden, denn es kam zum zweiten mal vor, dass wir um ein Mitglied verringert wurden. Sascha Liebmann wollte unserem Zug nicht länger beiwohnen und trat aufgrund seines Umzuges und persönlicher Differenzen zu einigen Mitgliedern aus. „Aber egal!“, haben wir uns gedacht. Macht der Dede halt den Kassenprüfer mit Tobias. Und so lief das Jahr ohne große Komplikationen weiter. Mit nur noch vier Kellnerterminen im Schützenhaus, dem obligatorischen Auf- und Abbau des Sommerfestes und der 20-Jahre-Edelknaben-Feier, hatten wir ja auch ein beschauliches Programm vor uns.
Doch nun kam es zu einem besonderen Ereignis der Zuggeschichte. Wie einst Gott die zehn Gebote, verfasste unser Geschäftsführer Tobias die folgenden Worte im Protokoll der Versammlung vom 16.05.1997. Doch nun lest selbst:
"Der 3. TOP beinhaltete die Aufnahme eines neuen Mitgliedes in unseren Zug. Da Markus Brosch jedem bekannt war, musste er sich nicht den Mitgliedern vorstellen. Nachdem Markus über seinen Pflichten und seine Verantwortung in einem Schützenzug informiert wurde, fand die Abstimmung über die Aufnahme in erstmals offener Wahl statt. In dieser Abstimmung entschieden sich die Mitglieder einstimmig für Markus Brosch als neues Mitglied. Somit wird er in die Zugliste mit aufgenommen."
Der Scheißer war da! Und das schlimme: der heißt wirklich so! Von nun an sollte das Bild unseres Zuges geprägt werden von Chaos, Alkoholismus und zur Seite gegelten Frisuren. Wir alle wollten nur einmal so sein wie er; soviel Frauen haben wie er. Ob nun Rilu, Liane, Mikaela, oder das Biest mit dem er einst in der Ecke des Kellers knutschte. Viele haben es versucht, aber niemand hat es geschafft; und trotzdem wird der Scheißer als unentbehrliches Mitglied auf Lebenszeit in unsere Zuggeschichte eingehen.
Nachdem unser Zug nun um einen unentbehrlichen Mitstreiter vergrößert wurde, stand auch schon das Zugkönigschießen ins Haus.
Dieses fand dann auch postwendend am Samstag, den 14.06.1997 auf dem Hofe der Familie Schmitz statt, wobei die Schießaufsicht vom Herrn des Hauses, Mattias Schmitz, übernommen wurde, der somit live dabei war, wie sein Memorial-Cup ausgeschossen wurde. Zunächst ging es allerdings um die Orden, deren Besitz alle Mitglieder mit höchstem Eifer anstrebten. Das erste dieser begehrenswerten Objekte sicherte sich Stefan Mielke mit dem 100sten Schuss. Nach diesem unbeschreiblichen Erfolg zog er sich aus, wälzte sich auf dem Boden und konnte erst nach 4 Stunden wieder beruhigt werden, so begeistert war er über diesen Gewinn. Durch diesen Gefühlsausbruch angespornt, gaben die übrigen Ordensanwärter nun ihr bestes und der zweite Orden wurde nach 91 Schuss von Markus Dederichs errungen. „Was mein großer Bruder kann, das kann ich schon lange!“, muss sich Christoph Mielke wohl gedacht haben, als er den dritten Orden nach nur 13 Schuss auf beeindruckende Weise errang. Den vierten Orden konnte nach einer mäßigen Leistung und 70 Schuss dann Tobias Schoop sein eigen nennen. Nun kam es zu dem Wettstreit, auf den Matthias Schmitz seit Beginn der Veranstaltung gewartet hatte. Wer würde den sagenumwobenen „Matthias Schmitz Memorial-Cup“ mit seinen Schießkünsten erringen können? Lange ging es zwischen den Bewerbern hin und her und oft war der Schwanz des hölzernen Tieres kurz davor zu fallen. Aber eben nur kurz davor. Dann kam er! Wie ein Schatten aus der Dunkelheit bahnte er sich seinen Weg durch die begeisterte Menge und legte zum 101sten Schuss an. Ein Knall zerriss die Stille. Man konnte die Gewehrkugel fast fliegen sehen, als sie im Holz einschlug und den Schwanz des Vogels mit unglaublicher Wucht abtrennte. Es herrschten zwei Sekunden magische Stille, bis man erkannte, wer dieser Meisterschütze war. Es war Peter Schmitz, der Sohn des edlen Spenders!! Vater und Sohn liefen aufeinander zu, rissen sich die Kleider vom Leib und blieben drei Tage in Glückseligkeit vereint an der Stelle stehen, wo einst der Vogel stand. Heute erinnert nur noch ein Gedenkstein an eben diesem Ort an das Ereignis, von welchem wir wohl alle noch unseren Enkelkindern berichten werden. Trotz allem war dies noch nicht der Höhepunkt des Abends, denn wir hatten ja noch keinen Zugkönig. Wer sollte diese Ehre heute Abend erringen und im nächsten Schützenjahr den Jägerzug „Drei Linden“ in vorbildlicher Weise repräsentieren dürfen? Nach 17 Durchgängen und 141 Schuss stand es dann schließlich fest. Es sollte Markus Dederichs sein, der sich ebenso wie alle anderen über diese Ehre freute und von den übrigen Mitschützen noch lange gefeiert wurde.
Nachdem wir nun einen würdigen Zugkönig gefunden und Familie Schmitz glücklich gemacht hatten, ging es wieder einmal mit ganz großen Schritten auf das Highlight des Jahres, Schützenfest, zu. Auf den folgenden Versammlungen legte man die zuginterne Marschordnung fest und bestimmte, dass der jeweilige König die Königskette mit seinem Namen zu gravieren habe. Dankend nahmen wir auch das Geschenk des Jägerzuges „Deutsche Eiche“ an, der uns sein Blumenhorn stiftete. Na ja, über einen gewissen Zeitraum jedenfalls, denn das schienen die Mitglieder bei der Neugründung des Jägerzuges „Junge Eiche“ wohl wieder vergessen zu haben.
Natürlich fielen auch dieses Jahr wieder die traditionellen Kirmesvorbereitungen an, zu denen selbstverständlich auch das Marschieren-Üben und Uniform-Ausleihen gilt, wobei wir wie jedes Jahr jede Menge Spaß miteinander hatten. Wir wollten jedoch auch einiges erneuern und beschlossen so, uns am Montag zu einem gemeinsamen Frühstück im Zelt zu treffen. Allerdings war diese Veranstaltung wegen des Alkoholkonsums der Mitglieder am vorigen Abend nur recht vage besucht. Am Dienstag waren dann jedoch wieder alle topfit und so konnten wir uns auch 1997 an der Kinderbelustigung beteiligen und veranstalteten ein Wasserbombenwerfen.
Aufgrund beruflicher Verpflichtungen unseres Königs und Hauptmanns Markus Dederichs wurden wir in diesem Jahr vor eine besondere Aufgabe gestellt, da er seine repräsentativen Aufgaben über die Schützenfesttage leider nicht wahrnehmen konnte. Somit erklärte sich Stefan Mielke bereit, die Aufgabe des Hauptmanns für diese Zeit zu übernehmen. Er gehörte somit kurzfristig auch zum Vorstand und bewältigte seine Aufgabe vorbildlich.
So konnten wir mal wieder ein reibungsloses Schützenfest feiern, wobei Markus Müller auch noch Jungschützenkönig wurde und somit 1998 gemeinsam mit seinem Vater Neuenhausen regieren wird.
Nach Beendigung des Neuenhausener Schützenfestes sollte eigentlich ein wenig Ruhe einkehren, aber weit gefehlt. Schließlich waren wir am nächsten Wochenende in Oekoven als Gastzug eingeladen, da der Vater unseres Mitschützen Patrick Golzem, dort die Königswürden inne hatte. Natürlich war es eine große Ehre für uns, dort mit marschieren zu dürfen. Auch hier noch mal ein großer Dank an die Familie Golzem, die ein hervorragender Gastgeber war.
So, nun war es dann doch endlich geschafft und man konnte den weiteren Verlauf des Jahres etwas ruhiger angehen lassen. Es sollte aber dann doch noch zu Diskussionen und Beschlüssen kommen, die unseren Zug noch weiter in sich wachsen und die Mitglieder noch enger zusammen kommen lassen sollten. Aufgrund der schlechten Organisation unseres Standes bei der 20jährigen Edelknabenfeier, beschlossen wir, für außerordentliche Veranstaltungen separate Einladungen zu verteilen, was wir bisher noch nicht getan hatten. So sollte dann ein besserer Informationsfluss gewährleistet sein. Auch den ständigen Diskussionen über Art und Höhe gewisser Strafen wollten wir mit der Erstellung eines Strafenkatalogs entgehen. Da wir in nicht allzu weiter Zukunft vor hatten, uns eigene Uniformen anzuschaffen, riefen wir das „Uniformen-Ansparprogramm“ ins Leben. Hierbei konnte jedes Mitglied freiwillig einen bestimmten Betrag auf ein dafür vorgesehenes Konto einzahlen, um nachher nicht eine zu hohe Summe auf einmal beschaffen zu müssen, da wir die zugeigenen Schläger und Eintreibergruppe entlassen hatten. Leider wurde diese Möglichkeit kaum genutzt.
Ein relativ großer Einschnitt in das Zugleben war der Wechsel des Stammlokals. Da bei Musa oft kein Platz für uns war und wir unsere Versammlungen dann auch meist in aller Öffentlichkeit abhalten mussten, beschlossen wir, uns anderweitig umzusehen. Schnell entschieden wir uns für die Gaststätte Herrmanns, wo wir liebevoll aufgenommen wurden und beschlossen ebenfalls von nun an, die Versammlungen jeden dritten Samstag im Monat abzuhalten. So waren dann auch keine Terminirritationen mehr möglich.
Ebenfalls führten wir in diesem Jahr die Zugsau ein, welche derjenige bekommen sollte, der zwischen zwei Schützenfesten die meisten Strafen kassierte. Als äußerliches Zeichen wurden ihm eine Kette in Form einer Sau und ebenfalls ein als Sau erkenntliches Türschild aus Holz verliehen, welches von uns selbst angefertigt wurde, wobei Alex wie immer die künstlerische Leitung inne hatte.
Erstmals kam in diesem Jahr auch zur Sprache, dass wir einen längeren Zugausflug durchführen wollten. Auf der Versammlung vom 10.11.1997 wurde dann von eineigen Mitgliedern vorgeschlagen in den Holliday Inn Park nach Tossens zu fahren. Diese Fahrt sollte, wenn möglich, vom 17.07.1998 – 26.07.1998 stattfinden und natürlich haben es sich die beiden schreibgewandten Zugmitglieder Tobias „wheelcap“ Schoop und Christoph „das Töffchen“ Brosch nicht nehmen lassen, einen kleinen Aufsatz über diese Fahrt zu verfassen, den der geneigte Leser, in diesem Fall Du, jetzt lesen kann:
Der Mythos
Eine der Krönungen des Einfallsreichtums des Jägerzuges „Drei Linden“ Am 11.07.1997 nahm es erstmalig seinen Lauf. Es sollte zu einem Ereignis werden, von dem noch heute gesprochen wird.
Sechs wagemutige, unbedarfte und hoch motivierte Zugmitglieder begeben sich auf Ihre erste weite Reise nach Tossens
Die wackeren Ritter für Neuenhausener Recht und Gesetz trafen sich an einem schönen Freitagmorgen um ihre Reise zu beginnen. Als da Waren: Christoph Brosch, Michael Berghoff, Alexander Graf, Markus Dederichs, Markus Müller und Tobias Schoop.
Ihre Schlachtrösser waren noch vorsinnflutlich in Form eines kleinen schwarzen Citroen AX und eines weißen Golf III, die nebenher auch die Funktionen der Lastenesel übernehmen durften.
Zur Kampfausrüstung gehörten unter anderem ein Holzkohlegrill, ein Videorecorder, eine Stereoanlage, eine Friteuse, ein Klapptisch und Taschenweise sinnloses Gerümpel.
Als Lenker für die Schlachtrösser hatten sich Markus Müller und Tobias Schoop ausgezeichnet.
Sie brachen nach einem ausgeklügelten Streckenplan auf um Ihr Glück im Norden zu versuchen.
Doch schon nach kurzer Zeit mussten sie erkennen, dass sie nicht die einzigen waren, die den genialen Plan hatten, an diesem Tag in die gleiche Richtung aufzubrechen. Somit war es eine lange Fahrt die ihre erst richtige Pause (neben zahlreiche Pinkelpausen) in einer ahnungslosen McDonalds Filiale fand. Dort wurde dann erstmal kräftig Futter eingeschoben (Neben diversen Besuchen der Örtlichkeiten). Einer hatte sogar soviel Hunger, dass er sich gestreifte Kartoffeln mit ordentlich Quetschfleisch bestellte. Aber da wir ja auch auf Souvenirs auswahren, beschloss Kamerad Müller den gesamten Vorrat an McDonalds Pappschirmmützen zu ergattern und damit schleunigst stiften zu gehen, was bei dem Rest der Truppe für Heiterkeit sorgte (und das nicht nur auf dem Rest der Hinfahrt).
Wie es sich für wahre Neuenhausener gehört, sahen wir es als unsere Pflicht an, die Einheimischen auf unsere Ankunft dezent hinzuweisen.
Dies gelang uns mit Hilfe unserer Autoradios, unseres gewaltigen Stimmpotentials (manche würden es auch als „Grölen“ bezeichnen) und unserer anerkannten genialen Tossens Hymne, dem „Magnum Sound“. (Geile Mucke)
Kurz bevor wie in Tossens ankamen, hielten wir an, und starteten in beiden Wagen gleichzeitig das obige Lied. Erst als wir den Park erreichten, kamen wir wieder zur Ruhe (Die Bewohner mögen es und heute noch danken.)
Zu Tossens: Tossens ist ein kleiner idyllischer Flecken Erde direkt an der Küste der Nordsee in der Nähe von Bremerhaven.
Wie der Zufall es wollte, kamen jemand ( wahrscheinlich im Zuge geistiger Umnachtung) auf die Idee, gerade an dieser Stelle einen Holliday Inn Bungalowpark zu errichten. Zu ihrem Leitwesen bekamen wir Wind von der Sache, und schon waren wir da.
Die nichts ahnende Parkverwaltung stellte uns einen auf den Namen Tobias Schoop reservierten 6er Bungalow und die Möglichkeit, einmal pro Tag kostenlos das dortige Spaßbad zu benutzen, zur Verfügung. Als wir dann unseren Bungalow erreichten, wurde erstmal die erste Inspektion durchgeführt. Schließlich mussten wir ja wissen, ob unser neues Heim für Neuenhausener Verhältnisse geeignet ist. Nachdem wir uns mit der neuen Umgebung vertraut gemacht hatten und unser Gepäck abgestellt hatten, war es an der Zeit gen Dorfmitte zurückzukehren, um unsere Vorratskammern zu füllen. Der Kühlschrank strahlte nämlich noch gähnende Leere aus und das konnte schließlich nicht so bleiben.
Es war eine wahre Freude für alle Beteiligten mit anzusehen, wie sich unsere Einkaufswagen (es waren mindestens zwei an der Zahl) mehr und mehr mit den herrlichsten Spirituosen, Bieren und sonstigen Leckereien füllten. So manchen hing bei diesem Anblick die Zunge schon am Boden. Auch die Kassiererin staunte nicht schlecht, als wir mit unserem schulmäßig zusammengetragenen Warenlager vorfuhren. Erst als sie die Rechnungssumme in Höhe von etwa 691,- DM verlesen durfte, fingen ihre Augen wieder an zu strahlen. Mit großer Freude zückte unser Finanzmanager Töff (Christoph) die Brieftasche und zahlte den Berg Kohlen BAR auf die Kralle. Darauf folgte von der netten Dame an der Kasse ein Zitat, welches wir unser Lebtag nicht vergessen werden , das da schlicht und ergreifend lautete: „Ihr kommt morgen aber nicht wieder“…dem folgte dann natürlich die entsprechende Verabschiedung unsererseits: „Bis Morgen“. --- Wir behielten natürlich recht!!! .
So sah das Ergebnis unseres Einkaufs dann in etwa aus:
Kamerad Graf bekam die Ehrenvolle Aufgabe den bisher leeren Kühlschrank endlich zu
bestücken. Hier präsentiert er sein Ergebnis:
Nachdem wir uns dann so richtig eingerichtet hatten, wurde erstmal der Fußball herausgekramt. Bei dieser Demonstration unserer filigranen Ballkünste (selbst der klassische Weltstar Lothar Mathäus wäre vor Neid erblasst) lernten wir auch erstmalig unsere Nachbarn kennen. Gottlob hielten auch diese nicht viel von Enthaltsamkeit und übermäßiger Ruhe.
Wie denn auch, denn sie betreuten ein Gruppe von Behinderten, die es auch nicht so damit hatten.
Der erste Abend stand somit dann natürlich ganz im Zeichen des Alkohols. Ohne Rücksicht auf Verluste wurde eine Pulle nach der anderen gnadenlos vernichtet. Das ganze artete dann in eine Saufparty aus, die bis in die frühen Morgenstunden andauerte. Da die Kameraden Graf und Brosch das einzige Zimmer im Erdgeschoss belegten, waren sie dafür verantwortlich den Rest der Alkoholleichen aus dem todesähnlichen Schlaf zu wecken. Eigens dafür, hatte man sich auf eine weitere Hymne geeinigt.
Engelsgleich dröhnte aus den Lautsprechern unserer HiFi Anlage „steh auf !!“ von Westernhagen . Die erste Aktion des Tages bestand darin, im Halbschlaf zum Kühlschrank zu wandeln, um erstmal die Kehle von innen zu befeuchten.
Der Erfolg des vorigen Abends war so unglaublich, dass wir uns kurze Zeit später wieder bei unserem Haus- und Hoflieferanten einfanden, um unser recht dezimiertes Lager zu füllen. Diesmal kamen wir jedoch mit der bescheidenen Summe von etwa 310,- DM aus. Nachdem wir dann wie die Könige gespeist hatten, wurde es Zeit das kostenlose Spaßbad zu benutzen, nicht ohne vorher ein par kühle blonde einzuschieben. Wir waren recht erstaunt, welche Attraktionen dieses Bad aufzubieten hatte, als da wären: eine Riesenrutsche, eine Reifenrutsche, diverse Turborutschen, eine Sauna sowie mehrere Whirlpools.
Alle diese Highlights mussten wir natürlich auf Herz und Nieren prüfen. In Detail sah das dann so aus, das zunächst sowohl die normale als auch die Reifenrutsche mit einer 6er Kette volltrunkenere Chaoten besetzt wurde. Wir gehen mal davon aus, dass die restlichen Badegäste nicht annährend soviel zu lachen hatten, wie wir. Das unser Mitschütze Markus Müller im Zuge dieser Tour dann auch noch kleinen Kindern die Reifen geklaut hat, trug wohl dazu bei.
Aber auch der schönste Badespaß fand einmal ein Ende, denn schließlich hatten wir noch wichtige Aufgaben zu erledigen. Töff nahm die Sache wohl ein wenig ernster als wir anderen, denn er gab in den Kabinen soviel Gas, das er nicht mehr zu halten war. Mit einem kräftigem Rums bekamen das die Einschlussfächer zu spüren, die Töff schlidernderweise aufs Korn nahm und erheblich lädierte.
Kaum zu Hause, hieß es natürlich wieder „Zum Angriff“ auf alles was da noch so an trinkbaren Gütern rumlag. Diesmal muss man jedoch zugeben, dass unsere Bemühungen trotz beachtlichen Trinkerfolgen eher als halbherzig zu bezeichnen waren. Dies gibt uns die Gelegenheit, sich unsere Behausung einmal näher anzusehen.
Da der vorherige Abend wie bereits angesprochen in etwas ruhigeren Bahnen verlief gab uns das Gelegenheit am nächsten Tag (nach dem traditionellen Wecken) etwas früher durchzustarten. Den Beginn machte Hier ein herzhaftes Frühstück a la Tossens Dabei handelte es sich um eine spezielle Rezeptur aus Kornflakes und Bier. Ein Gaumenschmaus für alle Freunde des guten Tropfens.
Danach war es mal wieder an der Zeit, ein wenig Sport zu treiben. Was ist dazu besser geeignet als eine gemütlich Runde Fußball, die sich bis zum Mittagessen hinzog. Das hatten wir dann aber auch nötig, denn Essen und Trinken hält ja bekanntlich Leib und Seele zusammen. Unsere Küchenchefs von Dienst zauberten uns eine ganz vorzügliche Portion Spagetti Bolognese auf den Tisch, die aber offensichtlich nicht allen Mitreisenden so gut bekommen ist:
Aber was heißt das schon solange nur das Bier noch schmeckt.
Der Rest diesen Tages fand einen tossenmäßigen weiteren Verlauf. Wir machten uns über die Biervorräte her und beglückten unseren Videorecorder.
Am Dienstag endlich packte uns eine neue Leidenschaft (die uns jedoch nicht von dem schon gewohnten Weg abbringen konnte). Das Kartenspielen.
Aber bevor es losging war zunächst mal wieder ein kleiner Besuch bei unserem Haus- und Hoflieferanten fällig, welcher uns bereits mit Freuden erwartete. Er wusste schließlich was ihm blüht. Aber er hatte leider nicht wirklich mit dem gerechnet, was nun auf Ihn zukam. Denn wir hatten neben unserer Vorliebe für Flensburger Pils und Diebels Alt (die Vorräte hatte der Ladenbesitzer wohlweißlich aufgefüllt) auch Geschmack an kleinen Feiglingen gefunden. Die wurden also prompt schon mal restlos aufgekauft!
Wieder einmal verließen wir das Geschäft unter den lachenden Blicken unserer Verkäuferin, bei der wir diesmal stattliche 360,- DM gelassen hatten.
Man muss behaupten dass uns die Feiglinge genau zupass kamen, denn wie wir feststellen mussten, eigneten sich diese als hervorragender Einsatz beim Negern. Die Spielregeln wurden als wie folgt angepasst: Der Gewinner konnte sich glücklich schätzen, denn er saß nach seiner Runde auf dem Trockenen, der 2. durfte seine Kehle mit einem Feigling beglücken, der 3. hatte schon die große Ehre 2 der kurzen vertilgen zu dürfen, und der letzte konnte mit 3 kurzen aus dem Vollen schöpfen.
Wie man unschwer erkennen kann, scheinen auch die McDonalds Kappen länger zu halten, als man allgemein vermutet.
Nach etlichen Runden hatten dann alle Betriebstemperatur erreicht und waren bereit für neue Schandtaten. Der Abend verstrich im Zuge lauter Musik und Alkohol im Überfluss und endete schließlich in einer zünftigen Pogerei. Mehrfach wurde dabei der Stützpfosten der Küche auf seine Standfestigkeit gestestet, aber selbst energische Fausthiebe von unserem Töff konnten Ihm nichts anhaben. Zur Strafe kam Onkel Dede mit dem Pfannenheber herbei und drosch damit unkontrolliert auf den Oberschenkel von Töff ein. Er zeigte sich allerdings davon ziemlich unbeeindruckt.
Am morgen (oder sollten wir besser sagen, am späten Nachmittag) danach konnten wir deutlich die folgen unserer Taten erleben, denn erstmalig zeigte sich die Erdgeschoßpartei als getroffen, ebenso wie unser Freund Michi, der sich weigerte sein Bett zu verlassen:
Nach unserem alltäglichen Tossensfrühstück war mal wieder ein gehöriger Spaßbadbesuch angesagt. Fröhlich pilgerten die 6 wackeren Gefährten also los.
Nur Kamerad Müller schien noch ein wenig unter den Folgen des Vortages zu leiden. So kam es denn, dass er bei der Überquerung der Golden Gate Bridge des Nordens geschmeidig auf die Planken würfelte. Kein schöner Anblick, aber dennoch kein Hindernis ins Schwimmbad zu wandeln.
Wie das Beispiel Müller zeigt, waren wir an diesem Tag noch alle ziemlich daneben, aber bei weitem übertrafen wir nicht die geistige Inkompetenz der anderen Spaßbadbesucher. Als da waren zwei…Damen aus Dunkeldeutschland die uns glaubhaft zu versichern versuchten, das es sich bei den Niederlanden (Holland) um eine Halbinsel handelt.
Nur gut, dass es unserem Dede nicht gelungen ist, die beiden in unser gemütliches Zuhause einzuladen, denn die beiden hätten dann noch (genau wie wir) ihr blaues Wunder erlebt.
Stunden nach unserer Rückkehr aus der Badelandschaft hatte sich bei uns wieder Feierstimmung breit gemacht. (Man konnte es wohl hören)
Im laufe des Abends hielt es Kamerad Schoop für seine Pflicht, auch dem nicht mehr ganz so stillen Örtchen einen Besuch abzustatten. Just in diesem Moment klingelte es an der Eingangspforte (Diese lag direkt neben dem Lokus). Dem höflichen Besucher wurde ein leider nicht ganz so höflicher Empfang präsentiert. Als die Tür aufgerissen wurde sah sich der Herr von der Parkaufsicht einen Wutschnaubenden Schoopi mit halbheruntergelassner Hose gegenüber der ihm nur ein lautes „WAAAAAAAAS!!!!“ zubrüllte, dann aber umso verlegender dreinschaute. Als ob da noch nicht gereicht hätte! Nur Sekunden danach hatten auch die anderen Hausbewohner bemerkt, das ungebetene Gäste vor Ort waren welche es zu begrüßen gilt. Auf die nette Neuenhausener Art schallte „eh Schoopi, wat is denn dat für´n Arschloch?“ über den Flur. Das war anscheinend Anlass genug uns für diesen Abend (Es wurde bereits hell) des Parks zu verweisen. Uns so sammelten wir alles, was an alkoholischen Getränken noch zu finden war und folgten dem Wachmann aus dem Park, wobei er sich noch so einiges anhören musste.
Dies war der Start einer einmaligen und unmenschlichen TERRORTOUR.
So ziemlich alles was sich uns in den Weg stellte wurde niedergemacht. Nur ein kleines unscheinbar erscheinendes Verkehrsschild konnte unseren Angriffen tapfer standhalten. Im Gegenteil, für unseren Kameraden Dede sollte der Versuch es um zutreten schmerzhaft enden,
indem er wie von einem Katapult geschleudert, zurückgefedert wurde und unsanft auf den Asphalt aufschlug. Auch Michi „das Alien“ Berghoff hatte einen kleinen Unfall, als er einem Wurfgeschoß auswich und dabei in einen Wassergraben stürzte. Auch der Versuch den Deich zu erobern scheiterte kläglich, denn als wir auf der Spitze des Hügels ankamen kam auf dem Meer vor uns ein Polizeiboot daher, welches uns schließlich vertrieb.
Dieser Abend endete schließlich mit unserer Rückkehr in den Bungalow gegen 10.00 Uhr Morgens.
Im laufe des späten Nachmittags begann für uns ein neuer Tag, der es galt genutzt zu werden. Also erst mal ran an das Frühstück und auf zum Laden in der Hoffnung, das mittlerweile wieder ein wenig Feigling seinen Weg in die Regale gefunden hat. Gott lob, wir wurden nicht enttäuscht. Unser Haus- und Hoflieferant hatte gute Arbeit geleistet und wir konnten gut gerüstet für unseren letzten Abend den Laden wieder verlassen. Dieser Abend bestand aus einer Art Restevernichtung und man muss positiv zur Kenntnis nehmen, dass alle aktiv und in bester Laune daran teilnahmen. Es wurde gerülpst, geschwenkt und geschüttelt, dass es eine wahre Freude war an Ort und Stelle mitzuwirken. Als die Bierflaschen dann zu Neige gingen wurde die neue Ration Feiglinge angegangen, die später mit den übrigen in einer Momentaufnahme festgehalten wurden.
Als auch die Feiglinge zuneige gegangen waren blieb uns nur noch eins. Wie Hans A. schon zu sagen pflegte: „Hauptsache Hansa!! Nach den ersten Dosen mussten wir jedoch feststellen, das Hansa Pils zum normalen Verzehr absolut nicht geeignet ist. Daher mussten andere Wege gefunden werden, uns der Dosen zu entledigen. Als eine geeignete Variante erschien es uns, die Dosen einfach zu stechen und in uns hineinzuschütten. (Auf diesem Wege wurde der Geschmack nahezu vollkommen neutralisiert). Das Badezimmer erschien uns für diese Maßnahme als ein geeigneter Ort. Auf kurz oder lang fanden wir uns also fast alle in der Duschkabine wieder und auf gings!! Ein voller Erfolg.
Noch am nächsten Tag waren die Folgen riech- und sichtbar
Dies war dann aber auch schon der letzte Abend unseres spektakulären Trips der uns alle nur in einem bekräftigte
WIR KOMMEN WIEDER!!! (aber unter anderem Namen)
Das Schützenjahr 1997 endete für uns wie immer mit den traditionellen Weihnachts- und Sylvesterfeiern, die diesmal bei Familie Schoop und Dederichs stattfanden.
Auf den gesamten Werdegang des Zuges hat das Jahr 1997 einen besonders großen Einfluss, da Entscheidungen getroffen wurden, die die Organisation enorm erleichterten und die Mitglieder noch näher zusammen brachte. So wurden gemeinsam Geburtstage gefeiert und auch bei anderen Gelegenheiten kam man sich wieder ein Stück näher.
Das Jahr 1998
Das Jahr 1998 war eins der schwersten, das unser Zug seit seiner Gründung am 15.04.1994 erlebt hatte. Viel Höhen und auch manche Tiefe mussten überwunden werden, um auch in diesem Jahr wieder zu beweisen, dass sich vor vier Jahren im Cyriakushaus eine Gruppe zusammengefunden hat, die man mit Recht einen Jägerzug nennen kann. Auf den zwölf Versammlungen, die wir in diesem Jahr durchgeführt haben, ging es nicht immer Friedlich zu. Manches Grundsatzgespräch und viele lange Diskussionen wurden geführt, haben unsere Gemeinschaft aber letztendlich immer wieder aufs neue gestärkt, und gaben uns einen Anreiz, die Dinge in Zukunft besser anzufangen. Dies ist zwar nicht immer, aber oftmals gelungen.
Sicherlich kann man daher das Jahr 1998 auch als eine Jahr der Veränderung in unserem Zug bezeichnen. Die schwerwiegendsten davon betrafen wohl die personelle Zusammensetzung des Vorstandes. Auf der Märzversammlung am 21.03.1998 trat unser Kassierer Christoph Mielke zurück. Auch Dirk Caspers verließ den Vorstand Mitte des Jahres, weil seine Zeit als angehender Fußballprofi zu begrenzt war, um die Zugaufgaben noch angemessen zu bewältigen. Durch diese beiden Verluste zeichnete sich wieder eine neue Ära im Vorstand unseres Jägerzuges ab. Der Posten des Kassierers wurde von nun an von Markus Müller übernommen, während Patrick Golzem als neuer Spieß ins Amt gewählt wurde.
Besonders gefreut hat uns, dass der Zug auch dieses Jahr wieder durch neue Mitglieder verstärkt wurde. Im April wurden sowohl Markus Hansen, als auch Andreas Berghoff einstimmig in die Zuggemeinschaft aufgenommen. Somit hatten wir die stolze Zahl von 15 aktiven Mitgliedern erreicht.
Das diesjährige Zugkönigschießen fand am 16.09 erstmals im Schützenhaus statt. Natürlich waren wieder fast alle Mitglieder pünktlich erschienen, um sich einen der begehrten Orden, oder vielleicht sogar die Königswürde, zu sichern. Pünktlich um 17 Uhr fiel dann auch der Startschuss für eine an Spannung kaum zu überbietende Veranstaltung. Das erste Abzeichen, welches mit gezielten Schüssen auf den linken Flügel des von Franz Schiffer angefertigten Holzvogels zu erringen war, sicherte sich Markus Brosch, alias „der Scheißer“, im dritten Durchgang mit dem 31. Schuss. Nun lag es an den Zugmitgliedern auch den rechten Flügel des hölzernen Meisterwerks abzutrennen. Dies sollte Dirk Caspers im vierten Durchgang nach 45 Schüssen gelingen. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung mussten dem armen Tier noch der linke, sowie rechte Fuß genommen werden, damit sich zwei weitere Jäger mit Ehrenzeichen schmücken konnten. Diese gelang Peter Schmitz und Patrick Golzem. Nun war es wieder soweit. Der Schuss auf den Schwanz stand an. Wer diese Chronik aufmerksam gelesen hat, weiß, welche Ehre es ist, den „Matthias Schmitz Memorial-Cup“ für ein Jahr in seinen Besitz nehmen zu dürfen. Es war ein verdammt spannender Wettbewerb mit vielen Hoffnungen und zahlreichen Tränen. Doch jeder weiß, dass es am Ende nur einen Sieger geben kann und dieser hieß 1998 MARKUS DEDERICHS. Noch heute erzählt er mit leuchtenden Augen von seinem Erfolg und wie er den Pokal mit ins Bett genommen hat. Nichts wünscht er sich lieber, als diesen Moment des Sieges noch einmal erleben zu dürfen. Jetzt ging es auf den absoluten Höhepunkt des Jahres zu. Wer wurde Zugkönig des Jägerzuges „Drei Linden“ 1998. Wer sollte durch seine schillernde Persönlichkeit ein Jahr lang den Zug gemeinsam mit dem Hauptmann in der Öffentlichkeit repräsentieren? Nach vier Durchgängen und dem 40. Schuss stand es dann endlich fest. Es war ein Schuhverkäufer. Tobias Schoop wurde gefeiert, beglückwünscht und man ließ ihn hoch leben, bis er Mühe hatte, wieder runter zu kommen. Im Anschluss an den äußerst spektakulären Schießwettbewerb, fand die Siegerehrung statt, die von einem rauschenden Fest mit einigen Gästen abgerundet wurde.
Im Verlauf des gesamten Jahres taten wir natürlich wieder unser bestes, um uns auch für die Bruderschaft und anderes einzusetzen. So bewirteten wir z.B. wieder einige Gesellschaften und Veranstaltungen im Schützenhaus. Ein Highlight war hierbei der 50. Geburtstag von Toni Schoop, der uns zwecks dieses Anlasses als Kellner eingestellt hatte. Wie zufrieden er anscheinend mit unserer Arbeit war und wie sehr ihm unser Zug am Herzen liegt, zeigt sich wohl besonders durch seine großzügige Spende von 500 DM in die Zugkasse. Natürlich waren wir auch außerhalb unterwegs und besuchten den Bezirkskönigsehrenabend, welcher dieses Jahr in Gindorf stattfand. Zugintern gab es natürlich ebenfalls einige deftige Feiern, wobei besonders der Geburtstag von Christoph Brosch zu erwähnen ist, den er im Schützenhaus mit einer Vielzahl von Gästen und Bierfässern abhielt.
Wie in allen Jahren zuvor und wie im Leben eines jeden Schützen, ist das Schützenfest wohl der absolute Höhepunkt des Jahres. So war es bei uns auch 1998. Allerdings mit ein bisschen mehr Vorfreude als gewöhnlich, denn wir hatten sowohl den Schützen- (passiv) als auch den Jungschützenkönig (aktiv) als Mitglieder bei uns im Zug. So war es eine Selbstverständlichkeit, dass wir alle mit Feuereifer bei der Sache waren, als es darum ging, bereits einen Monat vor Schützenfest mit dem Schmücken der Residenz am Schützenhaus zu beginnen. Dass diese Kirmes eine unvergessliche für uns bleiben wird, habe wir nicht zuletzt Markus und Manfred Müller zu verdanken, die immer dafür gesorgt haben, dass wir uns rundum wohl fühlten und genügend Getränke hatten.
Im Zug selber gab es auch eine grundlegende Erneuerung, denn erstmals gingen wir mit Zugsau. Die Kette hierfür wurde aus der Zugkasse bezahlt und das prächtige Schild, welches den Wohnort der „Sau“ dekorieren sollte, wurde unter tatkräftiger Mitarbeit hauptsächlich von Alexander Graf entworfen und erstellt.
Jedoch gab es 1998 auch ein peinliches Missgeschick. Weil wir uns von unserem abgestammten Treffpunkt im Garten der Familie Schoop nicht rechtzeitig von unseren Getränken verabschieden konnten, kamen wir zu spät zum Abmarsch und mussten so dem Zug, mit Blumenhorn im Gepäck, hinterher laufen. Ein besonderer Dank geht hier übrigens an Christoph Mielke, der das Horn während der ganzen Kirmestage tapfer getragen hat.
Den Abschluss des Schützenjahres 1998 bildete die Weihnachtsfeier, die am 04.12. im Keller der Brosch-Brothers stattfand. Natürlich brachten der Weihnachtsmann und Knecht Ruprecht, dargestellt von Stefan Mielke und Michael Berghoff, wieder die Wichtelgeschenke vorbei, welche von allen mit Spannung erwartet wurden. Für Essen und Getränke war natürlich bestens gesorgt und so konnte einer ausgelassenen Feier nichts mehr im Wege stehen.
In der Mitte dieses Jahres stand übrigens der zweite Ausflug in Feindesland bevor: Tossens sollte zum wiederholten Male überrollt werden. Im folgenden gibt es nun einen kleinen Bericht, den der wehrte Zugkamerad Markus „der Scheißer“ Brosch verfasst hat:
Gentlemen: No Ma‘am fährt jetzt nach Tossens (17.07.98 - 24.07.98)
Diesem Schlachtruf folgten sieben tapfere Mitglieder unseres Jägerzuges im Juli dieses Jahres.
Zur Lagebesprechung trafen sich die Teilnehmer eine Woche zuvor im Hause Schoop zum grillen und Fußball gucken (WM Achtelfinale Deutschland – Kroatien 0:3). Jedoch konnte keiner damit rechnen, dass dieser Abend bereits einen Vorgeschmack auf den kommenden Ausflug geben sollte. Nach dem verlorenen Fußballspiel betranken sich einige Mitglieder dermaßen, dass das Schuhlager der Familie Schoop in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Eine Woche später war es dann endlich soweit. Tobias Schoop und Markus Dederichs beluden ihre Kutschen und man brach auf in Richtung Tossens.
Freitag 17.07.98
Nach Ankunft mussten zuerst die Rahmenbedingungen geschaffen werden, sprich ein Besuch beim Supermarkt stand auf dem Plan. Dieser Besuch sprengte die Urlaubskasse enorm, da die Rechnung weit über 600 DM betrug. Beladen war der Einkaufswagen größtenteils mit Bier und Schnaps.
Trotzdem war allen klar, dass dies nicht der letzte Besuch beim Supermarkt war. Nach Bewältigung einer kleinen Ameisenplage im Badezimmer konnte der erste Abend in angriff genommen werden. In guter alter Schützenfestmanier wurde die erste Nacht von vier Leuten (Michael Berghoff, Alexander Graf, Markus Müller, Markus Brosch) erstmal durchgezecht.
Samstag 18.07.98
Da man am frühen Morgen immer noch nicht schlafen wollte, hieß es ab in den Supermarkt Tittenmagazine kaufen. Dabei stellte sich heraus, dass Tobias das Exemplar „Hausfrauen“ bevorzugt. Andere gaben sich mit dem Playboy zufrieden. Wieder am Bungalow angekommen entschloss man sich zur Abkühlung ins kostenfreie Schwimmbad zu gehen und sich im Whirlpool etc. auf den anstehenden Abend vorzubereiten. An diesem Abend stand ein Besuch der parkeigenen Diskothek auf dem Plan der No Ma’am Fraktion. Dies weckte jedoch nur bei 5 Leuten Interesse. Markus Dederichs und Christoph Brosch blieben lieber im Bungalow und zockten Negern bis zum abwinken. Der Verlierer musste immer einen Schnaps trinken (dies war eher eine Belohnung als Bestrafung).
Die anderen ließen sich den Diskobesuch jedoch nicht nehmen. Zwei Mitschützen (Michael Berghoff, Markus Brosch) gefiel es dort so gut, dass Sie den Laden dicht machten.
Sonntag 19.07.98
Am Sonntag wurde erstmal ausgeschlafen, da am Abend ein Besuch auf der Bowlingbahn geplant war. Dort kämpften wir dann um den heiß umworbenen Puggy-Weaver-Memorial-Cup. Diesen konnte sich Christoph Brosch sichern. Danach erfolgte noch ein abendlicher Umtrunk der das erste Alkoholopfer (Markus Müller) bringen sollte.
Montag 20.07.98
Grilltag im Hause No Ma’am. Zuerst musste im Supermarkt das Zubehör besorgt werden. Das nicht nur Grillfleisch sondern auch Nachschub in Sachen Alkohol auf dem Einkaufszettel stand war unter Berücksichtigung der letzten 3 Tage nicht verwunderlich. Als sich dann die Mitschützen im geselligen Beieinandersitzen genüsslich den Bauch mit Bier und Fleisch voll schlugen kam auch endlich Markus Müller aus seinem Zimmer, um zu würfeln. Augenscheinlich war er von den letzten Tagen deutlich gezeichnet. Dies legte sich jedoch im Laufe des Abends und nach ein paar Vodka-O Mischungen.
Dienstag 21.07.98
Der wohl brutalste Abend in der Geschichte aller Tossensabende. An diesem Abend wurden 3 Kästen Bier, 7 Flaschen Korn, diverse Feiglinge und andere Schnäpse getrunken. Dementsprechend sahen die Mitschützen auch aus, als man sich zu Fuß, mit Limo-Korn Mischungen im Gepäck, auf den Weg zur Nordsee machte. Dort traf man auf einige Camper – unter anderem auch auf Sid Justice und Purzel, die unseren No Ma’am Club ins Jenseits befördern wollten. Unser Mitschütze Schoop war bereit ein paar Maulschellen zu verteilen. Glücklicherweise konnten wir ihn von seinem Vorhaben abhalten, da dies wohl eher mit einem Selbstmord vergleichbar gewesen wäre. Wieder zu Hause angekommen fing die Gaudi dann so richtig an. Bier und Schnaps flossen in Strömen. Für manche flossen sie zu schnell!
Ebenso wurde an diesem Abend unser kleines Mückenproblem auf eine seltsame Art und Weise gelöst. Über die Gefahr ihres Tuns waren sich die zwei Mitschützen (Markus Dederichs, Markus Brosch) wohl nicht mehr im klaren. Dies lag wohl an zu vielen Klaren!?
Mittwoch 22.07.98 (Ruhetag)
Am Mittwoch waren die Mitglieder ein wenig mitgenommen. Während des Frühstücks machte man ein kleines Brainstorming, um den gestrigen Abend wieder zusammen zu bekommen.
Dabei blieben zwei Fragen offen:
-
Wer hat in Christoph Broschs Bett gewürfelt ?
-
Wer hat sich getraut vom gefürchteten Bundy Whisky zu trinken ?
Beide Fragen sind bis heute ungeklärt. So verbrachte man den Tag mit einem riesigen Topf Chili,
Cola (o.K. vier oder fünf Flaschen Bier), einem Abendessen bei McDonalds und einem Raststättenraser namens Dederichs, der mit Tempo 200 die Ausfahrt verpasste.
Donnerstag 23.07.98
Dieser Tag stand im Zeichen „Am letzten Abend noch mal so richtig die Sau rauslassen“. Dies endete damit, dass einige Mitglieder (Michael Berghoff, Markus Dederichs, Alexander Graf, Markus Müller) das allseits beliebte Dosenstechen praktizierten. Damit hatte sich Alex wohl ein wenig übernommen, da er nach einer Büchse über der Schüssel hing. Aber trotzdem konnte man sagen, dass dieser Abend ein würdiger Abschluss eines gelungenen Zugurlaubes war.
Freitag 24.07.98
Nachdem alle ihre Sachen gepackt hatten, veranstaltete man noch eine kleine Präsentation der noch übrigen - noch nicht zurückgebrachten - Leichen.
Danach hieß es aber Abfahrt Richtung Neuenhausen wo man sich schon auf das anstehende Schützenfest in Grevenbroich freute.
Das Jubiläumsjahr 1999
Das Schützenjahr 1999 begann, wie für den Jahresanfang üblich, mit der Generalversammlung des Zuges in der „Gaststätte Herrmanns“. Wie sich im abgelaufenen Jahr bereits erahnen ließ, wurden hier Beschlüsse gefasst und Wahlen entschieden, die das weitere Zugleben stark beeinflussen sollten. Zum einen wurde die Satzung das erste Mal wirklich von oben bis unten diskutiert, um dann dem reellen Zugleben angepasst zu werden; zum anderen standen in diesem Jahr die Neuwahlen des Vorstands an. Vorher wurde allerdings noch einmal Christoph Mielke für 4,5 Jahre Vorstandsarbeit gedankt, was sich dann auch in einem Verdienstorden widerspiegelte.
Nun kam es dann endlich zu den mehr oder weniger herbeigesehnten Vorstandsneuwahlen. Nachdem bereits in der Mitte des Vorjahres Dirk Caspers als Spieß und Christoph Mielke als Kassierer zurückgetreten waren, wurden diese beiden Ämter bis dato von Patrick Golzem bzw. Markus Müller ausgeübt.
Zuerst beschäftigten wir uns dementsprechend mit der Wahl eines neuen Spießes. Es stellten sich für den Posten Peter Schmitz, Christoph Brosch und Stefan Mielke zur Wahl. Die geheime Wahl ergab acht Stimmen für Peter Schmitz, sechs Stimmen für Christoph Brosch und eine Stimme für Stefan Mielke. Somit war Peter Schmitz das erste Mitglied des neuen Vorstandes.
Daraufhin fand die Wahl des neuen Kassierers statt. Zur Wahl erklärten sich der alte Amtsinhaber Markus Müller, sowie Thomas Hansen bereit. Bei der Abstimmung entfielen fünf Stimmen auf Markus Müller und zehn Stimmen auf Thomas Hansen. Somit war Thomas unser neuer Kassierer für drei Jahre.
Es folgte die Wahl des neuen Geschäftsführers. Als einziger Kandidat stellte sich Tobias Schoop zu Wahl, und wurde einstimmig gewählt.
Als letztes wurde die Wahl des Hauptmanns durchgeführt. Als Bewerber stellten sich Michael Berghoff, Stefan Mielke und natürlich der alte Amtsinhaber Markus Dederichs zur Wahl. Bei der Abstimmung entfielen zwei Stimmen auf Markus Dederichs, zwei Stimmen auf Stefan Mielke und elf Stimmen auf Michael Berghoff, der daraufhin als neuer Hauptmann bestätigt wurde.
Somit startete unser Zug mit einem in drei von vier Posten veränderten Vorstand ins neue Jahrtausend.
Anschließend wurde noch unser passives Mitglied Stefan Pesch als Kassenprüfer gewählt. Da er uns auch bei der vorangegangenen Prüfung sehr hilfreich zur Seite stand, erklärte er sich als ausgewiesener Profi dazu bereit, dieses Amt zu übernehmen.
Das Jahr 1999 war für uns aber auch deshalb so speziell, weil der Jägerzug „Drei Linden“ sein 5-jähriges Bestehen feiern durfte. Die dem Anlass entsprechende Feier sollte am 5.Juni ab 20 Uhr im Schützenhaus stattfinden. Wir waren schon Monate vorher mit Feuereifer damit beschäftigt, dieses Fest zu organisieren. Zur Finanzierung der ganzen Aktion wurden von jedem Mitglied 50, damals noch D-Mark eingesammelt. Alle Gäste sollten dann noch ein Eintrittsgeld von 10 D-Mark berappen, wobei unsere Eltern natürlich davon ausgenommen waren. Die hatten ja schon 50 Mark gezahlt und wurden selbstverständlich mit einer persönlichen Einladung zum Fest gebeten.
Liebe ..... ........,
es ist nun schon 5 Jahre her, dass sich unser Zug gegründet hat. Eine Zeit, in der wir bereits Höhen und Tiefen überwinden mussten, die zum Teil viel von den Mitgliedern unseres Zuges abverlangt haben. Aber von Anfang an konnten wir immer auf Eure Hilfe zählen und hätten es vielleicht so manches Mal ohne diese Unterstützung nicht geschafft. Jetzt, wo wir besser zusammen gewachsen sind, und wo die Aufgaben, die vor uns liegen, ein bisschen lösbarer geworden sind, glauben wir, dass es auch einmal an der Zeit für ein Dankeschön ist. Sicherlich sind 5 Jahre kein großer Anlass, dennoch in unserem Alter eine Leistung, die es zu feiern gilt. Daran möchten wir Euch sehr gerne teilhaben lassen. Daher laden wir Euch herzlich zu unserer 5 Jahresfeier am Samstag den 05.06.1999 ab 20.00 Uhr im Schützenhaus ein. Wir würden uns sehr freuen, Euch begrüßen zu dürfen.
Mit freundlichem Schützengruß
Für das leiblich Wohl wurde dann größtenteils mit Salatspenden oder ähnlichem gesorgt. Doch natürlich hatten wir auch einen Party-Service engagiert, ein leckeres Kartoffelgratin und herzhafte Fleischgerichte zu kredenzen. Schließlich sollten alle Gäste, besonders unsere Eltern, auf ihre Kosten kommen.
Um angemessen gekleidet zu sein, entschieden wir uns, dass alle aktiven Mitglieder in Schützenkleidung, das heißt mit schwarzer Hose und weißem Hemd erscheinen sollten.
Obwohl das weltweit wohl größte Ereignis des Jahres 1999 beinah durch ein Gerichtsverfahren um das Schützenhaus, eingeleitet durch den wohl größten Querulanten des Jahres 1999 und aller weiteren, vereitelt worden wäre, wurde es letztendlich doch eine riesen Party. Es wurde bis spät in die Nacht getrunken, gegessen und getanzt. Auch wenn so manch einem Teilnehmer sein angeheiterter Zustand bereits zu Kopf stand, war es rund herum eine gelungene Veranstaltung, die wir gerne 2004, dann zum 10-jährigen Jubiläum, wiederholen würden.
Ganz besonders bedanken möchten wir uns hier auch beim Jägerzug „Junge Eiche“, die uns an diesem Abend hervorragend bewirtet haben und natürlich auch ordentlich mitfeiern durften. Dies gilt besonders für Steven M, der von diesem Abend nicht mehr allzu viel wissen dürfte.
Noch vor der 5-Jahres-Feier, nämlich am 29. Mai, trugen wir den Wettkampf um unseren Zugkönig und die heiß begehrten Pfänderorden auf dem Hof der Familie Schoop aus.
Nach der Begrüßung durch den Hauptmann Michael Berghoff wurde den Mitgliedern zunächst der Vogel dieses Jahres präsentiert. Darauf hin wurde die Schiessreihenfolge ausgelost.
Zu Beginn des Abends fand das Ausschießen Vierer Orden auf die beiden Flügel und die Beine des hölzernen Vogels statt.
Den ersten Orden, der auf den linken Flügel ausgeschossen wurde, sicherte sich Andreas Berghoff im 8 Durchgang nach 80 Schüssen.
Den zweiten Orden, der auf den rechten Flügel ausgeschossen wurde, konnte Christoph Mielke nach dem 56 Schuss im 6. Durchgang als sein Eigen betrachten.
Den dritten Orden, der auf den linken Fuß des Vogels ausgeschossen wurde, konnte Markus Brosch im ersten Schießdurchgang mit nur einem Schuss erringen.
Der vierte und letzte Orden ging nach 5 Schüssen im ersten Durchgang an unseren Mitschützen Markus Müller.
Darauf hin wurde der Matthias Schmitz Memorial-Cup auf den Schwanz des Vogels ausgeschossen. Der Pokal wurde im 4 Schießdurchgang nach 38 Schuss von Markus Dederichs zum zweiten Mal in Folge erworben. Alle Mitbewerber waren aufgrund dieser Tatsche ein wenig geschockt, denn sollte er nächstes Jahr zum dritten Male gleiches tun, so würde er diesen hoch heiligen Pokal auf Lebenszeit behalte dürfen. Das musste verhindert werden, dazu aber später mehr.
Als letztes wurde durch schießen auf den Kopf des Vogels der Zugkönig ermittelt. Nach 6 Schießdurchgängen und 38 Schuss viel der Kopf. Fünfter Zugkönig des Jägerzuges "Drei Linden" für das Jahr 1999 wurde SM Stefan I. Mielke.
Wie es bei uns üblich ist, wurde unser neuer Zugkönig Stefan, dessen Stolz man an seinem breiten Grinsen gut erkennen konnte, ausgiebig gefeiert. Es wurde ein rauschendes, feucht-fröhliches Fest, an dessen Ende sich niemand mehr genau erinnern kann.
Wir konnten nun also sicher sein, mit Stefan einen würdigen Zugrepräsentanten für das diesjährige Schützenfest gefunden zu haben. Da sich mit Andreas und Markus Dederichs zwei Leute freiwillig dazu bereit erklärten, das Blumenhorn zu tragen, blieb uns diese Diskussion erspart und alle blickten frohen Mutes auf den Höhepunkt des Jahres. Jürgen Latayka stellte einen hervorragenden Schützenkönig dar, durch den gute Stimmung und ein volles Zelt garantiert waren. Die freitägliche Königsfeier auf der Südanlage war für uns ohne Frage eine der schönsten, die wir erlebt haben.
Selbstverständlich beteiligten wir uns aktiv an der Gestaltung der Kinderbelustigung und bauten eine Schwamm-Wurfwand auf. Das Prinzip dieser Aktion ist folgendes welches: Man stelle sich eine Torwand vor, durch deren Löcher zwei mutige Streiter unserer Zuggemeinschaft ihre entzückenden Gesichter halten. Im folgenden versuchen die Jungschützen diese mit nassen Schwämmen zu treffen und dabei für böse Erkältungen zu sorgen. Da dies bei den Werfern, zu denen sich mit der Zeit auch immer ältere Zeitgenossen gesellen, sehr beliebt zu sein scheint, haben wir uns entschlossen, diese Attraktion über die nächsten Jahre beizubehalten.
Das absolute Highlight des Schützenjahres 1999 ereignete sich allerdings am Kirmes-Montag im Zelt. Unser Gründungsmitglied Christoph Mielke trat im Wettbewerb um den Jungschützenkönig an. Und wie sollte es anders sein? Er holte das Ding nach hause! Natürlich wurde dieser Erfolg überschwänglich gefeiert und begossen und wir waren stolz darauf, im Jahr 2000 zum zweiten Mal in Folge den Jungschützenkönig des neuenhausener Regiments in unseren Reihen zu haben.
Als wir am Dienstag dann noch eine schöne Parade abgelegt und einen berauschenden Abend gefeiert hatten, ließen wir das diesjährige Schützenfest so gegen 6 Uhr morgens bei Musa ausklingen, um uns den restliche Aufgaben für das Jahr 1999 zu widmen.
Eine der schwersten dieser Aufgaben hatte wohl Tobias zu erledigen, denn er musste sein Amt als Geschäftsführer niederlegen. Natürlich hatte dies nichts mit der Ausübung seiner Tätigkeiten zu tun, sondern viel mehr mit der Tatsache, dass er zum Bund musste. Aus Zeitgründen gab er deshalb seinen Posten an Alex ab, der Tobias während seiner Soldatenlaufbahn vertreten sollte.
Da Christoph, wie oben bereits erwähnt amtierender Jungschützenkönig der Bruderschaft zu Neuenhausen war, entschieden wir uns, ihm zu Ehren, zum Bezirkskönigsehrenabend nach Garzweiler zu fahren. Wie sich später herausstellte war dies eine nicht so gute Idee, denn sowohl unser König verließ uns frühzeitig, als auch wir hatten an diesem Abend eher den Hang zur Randale als zum Benehmen, was sich in lautem Gegröle und der Zerstörung der Tischdekoration ausdrückte. Damals Anwesende wissen, wovon die Rede ist.
Traditionell gab es am Ende des Jahres wieder eine Weihnachtsfeier, die am 10. Dezember um 20 Uhr im Keller der Familie Hansen stattfand. Natürlich fand auch wieder ein Wichtel statt, das von Weihnachtsmann Lefko und Knecht Ruprecht Dede moderiert wurde. Das üppige Mahl wurde durch Spenden finanziert, während wir die Getränke vom Königskreis bezahlt bekamen, der uns 30 Liter Bier für unserer Hilfe beim Sommerfest spendete. Da diese natürlich nicht ausreichten, wurden noch weitere 20 Liter aus der Zugkasse bezahlt.
Für das Schützenjahr 1999 sollte es das gewesen sein und wir konnten alle frohen Mutes in eine strahlende Zukunft für den Jägerzug „Drei Linden“ blicken.
Die Jahrtausendwende - Das Jahr 2000
Nachdem der Vorstand auf der ersten Versammlung des Jahres 2000 für seine Arbeit in den letzten zwölf Monaten entlastet worden war, ging es wieder frisch, fromm, fröhlich, frei ans Werk.
Als die Errungenschaft dieser Zeit kann man wohl den Bollerwagen bezeichnen, der von unserem Zug, für eine traditionsreiche Zukunft bestimmt, hergestellt wurde. Es ist in jedem Fall ein Prachtexemplar seiner Gattung, da ein einfaches Musterstück aus dem Hause „Knauber“ zu einem Vorzeigemodell Marke „boa ey“ umgebaut wurde. Unser „man with the plan“ war in diesem Fall Stefan Mielke, der für sein handwerkliches Geschick auch mit einem Orden ausgezeichnet wurde. Es wurden eine Musikanlage und namentlich gekennzeichnete Bierflaschenhalter eingebaut. Um einen solchen Halter zu erstehen, musste jedes interessierte Zugmitglied einmalig 50 DM berappen, um dem Gefährt einige evtl. anfallende Reparaturen finanzieren zu können, da eine Krankenversicherung nicht in Frage kam.
Seinen ersten Einsatz hatte unser neues Vehikel dann „Altweiber“ auf den wohlbekannten Wanderwegen von Neuenhausen nach Gustorf. Nach übermäßigem Alkoholgenuss und einer nicht sehr wegsamen Tour brach auf dem Rückweg die Achse. Doch natürlich sollte auch dieses Problem ein wenig später im Jahr gelöst werden
Eine relativ große und für die folgenden Jahre auch nicht unerhebliche Entscheidung trafen wir im April des Jahres 2000. Wir nahmen einstimmig Ingo Kampf in unsere Zuggemeinschaft auf. Somit waren wir jetzt 15 aktive Mitglieder und freuten uns schon darauf, Schützenfest ein anständiges Bild abzugeben.
Ein schöner Tag im Schützenjahr 2000 war der 17. Juni. Am Vormittag waren wir zu einem Schützenturnier in Allrath eingeladen, währenddessen und danach hielten wir eine Versammlung ab, um am Abend dann noch den Zugkönig auszuschießen.
Fangen wir vorne an. Zum Turnier waren wir ziemlich ehrgeizig zu Fuß und natürlich mit repariertem Bollerwagen und jeder Menge Bier angereist. Leider waren wir ein wenig zu ehrgeizig und so kam es, dass nach dem ersten verlorenen Spiel eine gereizte Stimmung im ganzen Team herrschte und man schon nach der Vorrunde wieder nach hause gehen durfte. Auch die Veranstalter waren aufgrund des selbst mitgebrachten Bieres nicht gerade zu unseren Freunden geworden und so lautet das Fazit dieser Veranstaltung wohl:
Neuenhausen ist ein schönes Dorf,
da kann man prima leben,
drum fuhren wir nach Allrath,
und benahmen uns daneben.
Gott sei dank hatte sich die Stimmung bis zum frühen Abend wieder entspannt, so dass wir noch ein ebenso lustiges wie geselliges Zugkönigschießen veranstalten konnten. Aufgrund einiger Gedächtnislücken kann hier leider nur der Endstand der Veranstaltung präsentiert werden.
Doch bevor es auf das größte Ereignis des Jahres zuging, stand da noch eine andere Veranstaltung ins Haus. Das Sommerfest. Und da es bei uns schon fast Tradition war, wurde von uns auch dieses Jahr der Auf- und Abbau des selbigen bewerkstelligt. Dieses mal wurden wir tatkräftig vom JZ „Junge Eiche“ unterstützt, und um der rundherum gelungenen Aktion die Krone aufzusetzen, veranstaltete man im Anschluss an den Abbau noch ein kleines Fußballspiel auf der Süd-Anlage.
Kommen wir nun dann doch endlich zum Wesentlichen: Wie schon oben erwähnt, hatten wir auch dieses Jahr die Ehre, den Jungschützenkönig, unseren Christoph Mielke, der liebevoll „Dick Brother“ genannt wurde, in unseren Reihen zu haben. So kam es dann bereits am 21. Mai zum ersten Zugtreffen im Hof der Familie, um die ganze Sache in Angriff zu nehmen. Wir planten durch, wie man was machen wolle und wer was besorgen könnte. Nach dem Abschluss unserer Überlegungen kamen wir zu dem Ergebnis, dass alle Materialen, die zum Bau einer Residenz benötigt werden, von Christoph und seiner Familie über private Wege beschafft werden können. Wir müssten uns dann lediglich zwei Wochen vor Schützenfest regelmäßig treffen, um alles entsprechend zu verbauen. Ausserdem wurde an diesem 21. Mai die Reparatur des Bollerwagens in Angriff genommen. Mit Werkzeug und allem möglichen Zubehör wurde er wieder fahrtüchtig gemacht und sogar noch verschönert, indem wir ihm unser Zugwappen einbrannten. Da die Vorbereitungen der Jungschützenresidenz größtenteils auf Eigenregie der Familie Mielke hinausliefen, mussten wir uns dann auch keine zwei Wochen, sondern erst am Montag vor Schützenfest zum Tannenstecken und anderen anfallenden Arbeiten treffen. Gerne haben wir diese ausgeführt, was auch damit zutun hatte, dass nach getaner Arbeit immer ein schönes kühles Bier auf uns wartete. Um ehrlich zu sein, waren wir auch während der Arbeit immer gut versorgt.
Schließlich war bis Freitag-Abend alles akkurat aufgebaut und jedermann konnten sich auf eine ausgelassene Feier zu Ehren des Jungschützenkönigs 2000 SM Christoph freuen. Diese begann um 19 Uhr und dauerte mit vielen fröhlichen Gästen bis tief in die Nacht an.
Da wir im Vorfeld viele Diskussionen darüber geführt hatten, wie denn die aus dem Zug kommenden Jungschützenkönige generell finanziell zu unterstützen sein, brachte uns dieses Jahr auch die Entscheidung, dass jeder der Würdenträger mit einer Finanzspritze von 100 DM, bzw. 50 € pro aktivem Mitglied rechen kann. Somit sollten diesbezüglichen Unterschieden aus den Vorjahren entgegengetreten werden.
Noch ein wenig angeheitert vom Freitag-Abend haben wir das Schützenfest dann standesgemäß um 12 Uhr am Bistro eröffnet. Natürlich sollte auch dies wieder eine rundum gelungene Veranstaltung werden. Da unser altes Zugkönigschild ein wenig vergilbt war, haben wir uns ein neues angeschafft, dessen Anfertigung Alexander Graf und Markus Müller übernahmen.
Um Diskussionen während der Umzüge aus dem Weg zu gehen, haben wir schon vorher festgelegt, wer von uns denn das Blumenhorn zu tragen hätte. Tobias Schoop, Andreas Berghoff und Stefan Mielke meldeten sich freiwillig. Aus dem jährlichen Hick-Hack um diese Sache entstand dann die Idee, die Zugsau das Blumenhorn als Strafaufgabe tragen zu lassen. Dieser Vorschlag fand großen Anklang und wird auch heute noch so bei uns gehandhabt. Leider konnte Ingo Kampf aus privaten Gründen nicht an den Umzügen teilnehmen, kam uns aber auf der Kinderbelustigung besuchen. Dort veranstalteten wir das mittlerweile zur Tradition gewordene Schwammwerfen. Natürlich wurden sowohl wir, als auch der Zeltboden klitschenass. An den glücklichen Gesichtern der Kinder konnte man jedoch erkenne, dass es wenigstens ihnen Spaß gemacht hat. Übrigens nicht nur denen, sondern auch einigen schon etwas älteren „Kindern“ im Zelt!
Natürlich hatte auch unser Bollerwagen während des Schützenfestes seinen Einsatz. Da die Residenz des diesjährigen Schützenkönigs Frank Grotta nur einen Katzensprung vom Hause der Familie Mielke entfernt lag, stattete man dort mit dem Gefährt einige Besuche ab. Außerdem etablierte der Wagen sich als Entführungsfahrzeug mit dem wir den König verschleppten. Natürlich endete diese wagemutige Tat in einer gemeinsamen Feier mit den Sappeuren. Überhaupt hat sich in der Woche vor Kirmes eine Freundschaft mit dem Zug der Sappeure aufgebaut, wodurch die Feiern noch viel herzlicher und lebendiger wurden. Natürlich wurden wir am Freitag dann auch zur Königsfeier eingeladen, dort konnten wir allerdings nur kurz mit einer Abordnung erscheinen, da wir ja selbst ein Fest zu veranstalten hatten.
Für die Familie Mielke war das Jahr 2000 allerdings nicht nur durch das Erringen der Königswürden durch den jüngsten Spross Christoph ein ganz besonderes. Nein, es sollte noch viel besser kommen. Stefan Mielke und sein Vater Ejon belegten in der Disziplin „Schwere Steine so hoch vom Boden heben wie es geht“ die Plätze eins und zwei. Dies war ein Wettkampf, der im Rahmen des Festes zum 75-jährigem Bestehen des Tambourcorps „Sankhase“ Neuenhausen ausgetragen wurde. Somit hatten wir mit Stefan Mielke den stärksten Mann Neuenhausens in unseren Reihen. Nur noch He-Man himself kann ihn auf seinem ungebremsten Weg zum Meister des Universums jetzt noch aufhalten. Und sollte er eines Tages tatsächlich einen Säbel bekommen, wird er wohl selbst diesen noch in die Knie zwingen.
Nachdem das Schützenfest dann gewohnheitsgemäß gut über die Runden gebracht wurde, und auch jeder mit dessen Verlauf zu Frieden war, konnten wir es für den Rest des Jahres wieder etwas lockerer angehen lassen. Da in diesem Jahr die Preise für das Ausleihen der Uniformen wieder angehoben wurden, kamen wir auf den Gedanken, dass es sich für uns nun auch lohnen würde, eigene Uniformen anzuschaffen. Wie genau es dann dazu kam, ist im nächsten Jahr nachzulesen.
Leider hatten wir auch eine weniger freundliche Aufgabe zu bewältigen. Nachdem Patrick Golzem vier Versammlungen unentschuldigt gefehlt, seine Zahlungen eingestellt hatte und auch Kirmes nicht erschienen war, blieb uns nichts anderes übrig, als ihn aus dem Zug auszuschließen. Kein leichter Schritt, da wir ihn doch alle sehr gemocht hatten und ihn auch heute noch ab und zu in der Stadt treffen.
Den Abschluss des Jahres beging man dann wieder in Form einer Weihnachtsfeier. Diese fand wieder im Garten der Familie Schoop statt, zuvor gab es jedoch einen Kegelwettbewerb in unserem Stammlokal „Hermanns“. Zwar gab es keine Preise, dafür wurde allerdings wieder gewichtelt. Mit der kleinen Änderung, dass ein Schnaps getrunken werden musste, bis man sein Geschenk aus der Hand des Weihnachtsmanns erhielt. Das Essen wurde von Christoph Mielke über seine Arbeitstelle besorgt und die Getränke organisierte der Vorstand. Gut versorgt endete das Schützenjahr 2000 dann um sechs Uhr morgens schwankend auf dem nach hause Weg.
Das Jahr 2001
Das Jahr 2001 war für unseren Schützenzug wieder einmal von großer Bedeutung. So haben wir doch zwei Jahre hintereinander, insgesamt zum dritten Mal in acht Jahren den Jungschützenkönig der St. Sebastianus Bruderschaft Neuenhausen gestellt. Dieses Mal in Person von SM Markus Dederichs.
Sowohl bei der Generalversammlung als auch beim Königsehrenabend war der JZ „Drei Linden“ verhältnismäßig zahlreich erschienen.
Zuvor wurde auf der Jahreshauptversammlung Alexander Graf offiziell zum Geschäftsführer bzw. zum 1. Offizier gewählt. Peter Schmitz trat freiwillig als Spieß zurück. Sein Nachfolger wurde Tobias Schoop.
Im Februar kam der mächtige Bollerwagen zu seinem zweiten Rosenmontag-Einsatz, nachdem er im Jahr zuvor seine Jungfernfahrt hatte. Auch über die Schützenfesttage gönnten wir unserem allseits beliebten Vehikel keine Ruhe und konnten uns wie gewohnt auf seine Dienste als rollende Duke-Box verlassen.
Ein besonderes Highlight war die Bekanntgabe der zugeigenen e-mail Adresse und man höre und staune: wir sollten auch eine eigene Homepage bekommen.
Wirklich ins world wide web gestellt, wurde die Seite zwar erst später, aber für alle Neugierigen ist hier schon einmal die Adresse: www.jz-dreilinden.de ! Natürlich kann man auf dieser Seite auch eine mails an alle Zugmitglieder senden, die sich natürlich sehr darüber freuen würden.
Ende April / Anfang Mai haben dann auch die ersten Vorbereitungen für das Schützenfest insbesondere für unseren Jungschützenkönig Markus Dederichs begonnen. Erste stichhaltige Planungsentwürfe wurden auf den Versammlungen dar gelegt.
Im Juni ging es dann im wahrsten Sinne des Wortes in die heiße Phase. Endlich konnten wir unsere eignen Uniformen anprobieren, die vom Uniformverleih Rütten angefertigt wurden. Herr Rütten war sogar so nett, uns während einer Versammlung zu besuchen, damit er die Größe bei jeder Person individuell abmessen konnte.
„Die Versammlung begann um 15.45 Uhr und wurde mittendrin durch die Uniformanprobe unterbrochen.“
Anfang Juni fand dann auch der Zugausflug statt. Ursprünglich mit 12 Mann geplant, sind immerhin noch neun Leute mitgefahren. Rekord für einen mehrtägigen Zugausflug. Wir haben in einem kleinen Tal mitten in der Eifel, fernab von aller Zivilisation gezeltet. Ohne Strom und fließend Wasser machten wir uns ans Überlebenstraining, dafür aber mit ausreichend alkoholischen Getränken versorgt. Natürlich hat es das ganze Wochenende wie aus Eimern geschüttet, was unseren Mitschützen Stefan M., der hier ungenannt bleiben möchte, nicht davon abhielt, nur mit einem Taschenmesser, statt mit Toilettenpapier bewaffnet, in den Wald zu gehen, um dort seine Notdurft zu verrichten. Eigentlich hätte eher Töffchen auf diese Idee kommen müssen, war er es doch, der am Abend zuvor total „benebelt“ neben dem ausgehenden Lagerfeuer saß und an ihn gerichtete Fragen immer erst ein halbe Stund später beantwortete.
Im Juni fand bei Tobias Schoop das Zugkönigschiessen statt, welches wieder dermaßen ausartete, dass man es kaum beschreiben möchte. Wieder wurde bis tief in die Nacht geschossen und ein neuer Rekord im Kugelverbrauch für eine Adlerkralle aufgestellt. Wie es der Zufall so wollte, hat Markus Dederichs, unser Jungschützenkönig, den Kopf abgeschossen.
Mitte des Jahres fand das alljährliche Sommerfest statt, wobei wir vom Jägerzug „Junge Eiche“ gebeten wurden, sie beim Auf- und Abbau zu unterstützen, da sie nicht genug Leute für dies Unterfangen zusammenkriegen würden. Natürlich war es für uns keine Frage tatkräftig mit anzupacken und so verlebte man viele feucht-fröhliche Stunden miteinander.
Der Höhepunkt des Jahres stellte aber selbstverständlich wieder das Schützenfest dar, dass wieder ein riesen Spaß gemacht hat. Erstmals marschierten wir in eigenen Uniformen durch die Straßen unseres schönen Heimatortes Neuenhausen. Das Wetter war wie jedes Jahr absolute Weltklasse. Natürlich hatten wir, wie bereits erwähnt, auch in diesem Jahr wieder einen Jungschützenkönig. Wir haben eine riesige Residenz aufgebaut und schon eine Woche vorher fast jeden Abend dort gefeiert. Alle Mitglieder fanden schon diese Vorbereitungswoche durchaus gelungen. Und auch Ingo Kampf, der das erste mal in unseren Reihen das Schützenfest feiern konnte, hat das Schützenfest genießen können. Die dritte Zugsau (unser zahlungsfähigstes Mitglied) hieß übrigens im diesen Jahr Markus Brosch.
Den Abschluss bildete die durchaus gelungene Weihnachtsfeier. Wie im Vorjahr wurde wieder gekegelt. Jedoch diesmal ohne Preise, wofür man wieder gewichtelt hat. Nicht nur, weil man beim Wichteln gezwungen war, ein Schnäpschen zu sich zu nehmen, sondern auch wegen der riesigen Menge an Bier, wurde die Weihnachtsfeier - wie in allen Jahren zuvor - zu einer großartigen Veranstaltung und einem gelungenen Jahresabschluss 2001!
Das Jahr 2002
Neben einer Vielzahl von wirklich schönen Dingen gab es dieses Jahr leider auch weniger erfreuliche Sachen.
Das ganze Drama fing bereits auf unserer Jahreshauptversammlung im Januar an, was allerdings nichts mit der Umstellung auf den Euro zu tun hatte. Unglücklicherweise wurden die Neuwahlen des Vorstandes ziemlich weit nach hinten gelegt, so dass kaum einer mehr einen klaren Kopf behielt. Die Folge war, dass Ingo Kampf zum Kassierer gewählt wurde, was sich viel später, irgendwann im Laufe des Jahres als äußerst fatal herausstellte. Hätte der Helly uns vielleicht doch sagen sollen, dass er sein Amt niederlegen würde. Der Rest des Vorstandes wurde wieder gewählt. Lobenswert ist auch die Tatsache, dass die durchwachsene Satzung sozusagen grundsaniert wurde. Es wurden so viele Paragraphen und Punkte wie nie zuvor geändert.
Ein weiterer Meilenstein dieses Jahres ist unsere Homepage. Vor fast genau einem Jahr wurde nämlich die Adresse der Homepage bekannt gegeben, was allerdings niemanden davon abhielt, nichts daran zu tun.
Im Februar kam dann natürlich wieder der mächtige Bollerwagen zu seinem Rosenmontag-Einsatz. Selbstverständlich kam er auch diesmal nicht ohne eine Schramme davon. Außerdem haben wir seit Karnevals-Samstag eine neues passives Mitglied (Hubert Adams).
Ende März sollte es dann so weit sein. Anstelle einer gewöhnlichen Osterfeier wollten dieses mal eine Osterausflug nach „Dorf Münsterland“ machen. Sogar Einladungen wurden bereits ausgeteilt, als man sich dann schlussendlich doch dagegen entschied. Und es kam noch besser. Dafür wollte man dann im spanischen Zentrum essen gehen und anschließend zur Ski-Halle fahren. Aber auch daraus wurde nichts.
Es war halt ein Jahr der leeren Entscheidungen. So fand auch die Zeltgarderobe, für die extra Zeichnungen angefertigt wurden, und bereits ein Haken gekauft war, ein schreckliches Ende, indem das ganze Vorhaben auf Eis gelegt wurde.
Viel versprechender sollte aber das Zugkönigschießen werden. Mit einer ganzen Reihe von hochmotivierten Schützen sollte ein Meisterkönig ausgeschossen werden, zumal wir in diesem Jahr keinen Jungschützenkönig in unseren Reihen hatten. Doch was passierte, hatte keiner zu träumen gewagt. Ingo Kampf wurde Zugkönig. Das wirklich schlimme an dieser Verkettung unglücklicher Ereignisse ist, dass dieser Sack kurz vor Schützenfest von seinem „Amt“ zurückgetreten ist. Es musste also kurzfristig für Ersatz gesorgt werden.
Doch zunächst stand der lang ersehnte Zeltausflug nach Holland bevor. Mit zwei Bussen, einem riesigen Zelt, Schwenkgrill, Stereoanlage, Kühlschrank, Fassbier und einer Zapfanlage war das eine durch und durch gelungene Reise. Auch wenn man einige Startprobleme hatte, weil wir kurzerhand den Campingplatz verlassen und uns nach etwas neuem umsehen mussten. Daran schuld war ein Mensch, dessen Nationalmannschaft in diesem Jahr nicht an der Fußball-Weltmeisterschaft teilnehmen konnte. Wir nehmen an, dass er deshalb auf Gäste aus dem Land des dreimaligen Weltmeisters schlecht zu sprechen war, zumal er sich wohl auch noch an unseren 2:1 Finalsieg 1974 erinnern konnte.
Direkt danach, gerade mal eine Woche vor Schützenfest wurde dann eine außergewöhnliche Versammlung einberufen, um den Fall „Zugkönig“ zu klären. Nach langem hin und her hatte man erstens akzeptiert, dass Ingo Kampf einfach als normaler Schütze mitgehen darf, und dass zweitens ein neuer König gewählt werden muss. Diese Wahl fiel dann auf Andreas, der sich freundlicherweise zur Verfügung stellte.
Und dann war es endlich so weit. Der Höhepunkt des Jahres: Das Neuenhausener Schützenfest. Dass das Wetter wieder einmal perfekt war, muss man wohl nicht extra erwähnen. Nur, dass es die ganze Woche vor Schützenfest regnete, hatte uns etwas nervös gemacht. Der Bollerwagen wurde extra für Schützenfest repariert. Andi bekam eine sehenswerte Residenz vor die Tür gestellt, wo wir auch ordentlich gefeiert haben. Es verlief also wie gewohnt reibungslos und auch während der Umzüge machten wir eine gute Figur. Nur die Musik am Samstagabend war natürlich traditionell beschissen. Auch kamen unsere Nigel-Nagel neuen Zug-Polo-Shirts zu ihrem ersten Einsatz und nachdem das Zelt geschlossen hatte, wurde bei Mussa die Treppe hoch und runter geflitzt. Alles in allem also ein durchaus gelungenes Schützenfest.
Die Nachricht des Jahres überbrachte dann aber A. Graf auf der September-Versammlung. Ingo Kampf ist als Kassierer zurückgetreten und hat den Zug sogar verlassen. Aber erst später folgte der Schock des Jahres.
Nachdem die Kasse von Stefan Pesch und Andi Berghoff geprüft wurde, stellte sich heraus, dass ein nicht gerader kleiner Fehlbetrag über der Kasse lag. Nach einer weiteren Prüfung fanden wir heraus, dass Ingo Kampf dem Jägerzug über EUR 250,- schuldet, was aber noch mal genauer überprüft werden sollte.
Den Abschluss bildete die durchaus gelungene Weihnachtsfeier im Hause Brosch. Wie im Jahr zuvor wurde gewichtelt wobei die beschenkten einen schlauen Spruch vom Weihnachtsmann und einen leckeren Schnaps von Knecht Ruprecht reingedrückt bekamen.
Das Jahr 2003
Wieder einmal sollte ein großartiges Jahr vor uns liegen: Stefan Mielke hat es tatsächlich geschafft die Homepage ans laufen zu kriegen und wir konnten uns doch recht freundschaftlich von Ingo Kampf trennen. Ausserdem ist uns zu Ohren gekommen, dass wir von unseren Paten Toni Schoop und Manni Müller eine Standarte zum 10 Jährigen Zugjubiläum im Jahr 2004 gespendet bekommen.
Im Februar kam dann traditionell der Bollerwagen zu seinem Rosenmontag-Einsatz, für den man mittlerweile einen Kraftfahrzeugschein beantragen müsste. Auch dieses Jahr zogen wir wieder in Richtung Gustorf und beschallten dabei den ganzen Bend.
Ein anderer Höhepunkt war das Zugkönigschießen bei Familie Mielke. Dieses Mal sicherte sich unser Hauptmann Michael Berghoff die Krone. Man war sich einig, dass wir in diesem Jahr wohl den mit Abstand schönsten König der Zuggeschichte, wenn nicht des ganzen Regiments, gekrönt hatten.
Zwischenzeitlich hat es dann auch eins unserer Mitglieder in den Hafen der Ehe gezogen. Wir haben lange versucht, ihn vor dieser fatalen Entscheidung zu bewahren, aber letztendlich war Alexanders Liebe zu seiner Katharina dann wohl doch größer. Und wenn wir mal ehrlich sind, ist das auch gut so.
Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, einen Junggesellenabschied für den Glücklichen zu veranstalten. Ein durchaus gelungener Tag, an dem unser Alex in einer Vielzahl von Spielen genug Geld sammeln musste, um seine tapferen Mitstreiter den ganzen Abend verköstigen zu können.
Das absolute Highlight hierbei war der abendliche Auftritt auf dem Alter Markt, wobei Alexander eine perfekte Kopie des MTV-Jackass-Partyboy darbot.
Anschließend ging es mit alle Mann zum Table Dance ins Pascha, um Alex noch mal vor Augen zu führen, auf was er den Rest seines Lebens verzichten muss: Freisaufen für 20 Euro und halbnackte, manchmal ganz nackte willige Tänzerinnen.
Der Zeltausflug muss ebenfalls erwähnt werden. Sollte er doch dieses Jahr als Trainingslager für Schützenfest her halten. Und da es trotz erheblicher Startschwierigkeiten wegen. einer Autopanne ein so großer Erfolg war, findet ab sofort jedes Jahr, eine Woche vor Schützenfest, ein solches Trainingszeltlager statt. An dieser Stelle möchten wir uns noch mal bei Stefan Mielke bedanken, der trotz eines geplatzten Motors seine gute Laune nicht verlor.
Stattdessen ließ er seinen Wagen bei Papa vor die Tür schleppen und wir setzten die Fahrt einfach mit einem vom ADAC geliehenen Wagen fort.
Und dann rückte auch das Schützenfest schon wieder in Sichtweite. Das Wetter war dieses mal aber nicht wirklich perfekt. Der Himmel war wolkenlos, nur beim Schmücken hat es zeitweise geregnet. Trotzdem bekam unser Michi eine sehenswerte Residenz vor die Tür gestellt. Aber über Schützenfest brach die absolute Hitzewelle über unser Dorf hinein. Somit stand sowohl der Sangria-Party als auch dem Baden im kleinen See der Lokomotive auf dem Kirmesplatz nichts mehr im Wege. Alles verlief absolut reibungslos. Unser Zug machte, trotz Hitze und durchzechter Nächte eine gute Figur während der Umzüge. Natürlich trugen wir trotz der großen Hitze während aller Umzüge unsere Uniform, obwohl wir auch darauf hätten verzichten dürfen. Und sogar die Musik am Samstagabend war gegen die Tradition richtig gut. Alles in allem also eine mehr als gelungene Veranstaltung.
Den Jahresabschluss bildete die Weihnachtsfeier, die wieder einmal im Hause Brosch stattfand. Vorher wurde in unserem Stammlokal gekegelt und wie im Jahr zuvor wurde gewichtelt.
Alles in allem also ein durchaus gelungenes Jahr, für das wir uns bei allen Freunden und Gönnern des Zuges ganz recht herzlich Bedanken wollen.
Nachdem ihr jetzt so viel gelesen habt, wollen wir euch nun endlich erlösen und zum vorläufigen Ende unserer Chronik kommen. Wir hoffen, dass es euch ein wenig Spaß gemacht hat, etwas mehr über uns zu erfahren und würden uns freuen, wenn ihr auch die nächsten Jahre mit dabei bleiben würdet.
Zum Schluss bedanken wir uns nochmals bei unseren Familien, denen wir wahrscheinlich in so manchen Situationen, bei Feiern in ihrem Haus, oder beim besoffenen heimkehren tierisch auf die Nerven gegangen sind. Ohne eure Unterstützung und manchmal auch Engelsgeduld wäre wohl so manches nicht möglich gewesen. Also: Kuss an alle.
Ganz besonders bedanken möchten wir uns allerdings bei Don Antonio Schoop und Manni Müller. Sie sind in den vergangenen zehn Jahren für uns Pate gestanden und waren nicht nur einmal mit Rat und Tat zur Stelle. Ohne sie hätten wir den Zug wegen unseres jungen Alters nicht gründen können und wir wären sicherlich nicht da, wo wir heute sind.
Und jetzt an alle, die nicht erwarten können, wie es weitergeht:
We’ll be back!
